Gefahrenstellen auf der B2

Hier ist Linksabbiegen bald verboten

Die B 2 im östlichen Landkreis soll sicherer werden. Zu oft kracht es an der Kreuzung mit der Roggensteiner Allee. Das Linksabbiegen auf die Bundesstraße wird deshalb verboten.

Eichenau – Eigentlich muss man sich wundern, dass es an dieser Stelle nicht noch öfter scheppert. Auf freier Strecke mündet am Durchfluss des Starzelbachs die Roggensteiner Allee in die dicht befahrene Bundesstraße. Es gilt Tempo 80 – doch daran halten sich längst nicht alle. Wer auf die B 2 will, braucht entweder ein leistungsstarkes Auto oder eine große Lücke im Verkehr. Nicht selten fehlt es aber an beidem. Die logische Folge: Es kracht immer öfter. Insgesamt 28 Unfälle mit Verletzten hat Erich Heinz von der zuständigen Germeringer Polizei seit 2014 gezählt. „Die Kreuzung hat sich als Unfall-Häufungsstelle herauskristallisiert“, sagt der Verkehrsexperte.

Um die Stelle sicherer zu machen, haben das Straßenbauamt, das Straßenverkehrsamt des Landkreises, die Gemeinde Eichenau und die Polizei einen Plan entwickelt. Künftig sollen Autos, die von der Ortsstraße auf die B 2 wollen, nur noch nach rechts abbiegen dürfen. Der Gedanke dahinter: Die Fahrer müssen nur noch auf den aus Osten kommenden Verkehr in Richtung Fürstenfeldbruck achten. Und auch die Problematik der Einsehbarkeit der Schnellstraße soll dadurch abgemildert werden. Denn die Linksabbieger versperren jenen, die nach rechts wollen, häufig die Sicht. Und dann kracht es.

Die neue Regelung soll voraussichtlich in der ersten Hälfte kommenden Jahres in Kraft treten. Dazu will das Straßenbauamt erst einmal provisorisch Leitschwellen einbauen, die das Linksabbiegen unmöglich machen. Bewährt sich die Maßnahme, soll die Kreuzung komplett umgebaut werden.

Wer künftig vom südlichen Eichenau aus in Richtung Germering fahren will, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder man biegt von den Roggensteiner Allee rechts ab und wendet an der Hoflacher Schleife an der Ausfahrt nach Alling. Oder man steuert die Eichenauer Hauptstraße an und gelangt so über Puchheim-Ort auf die B 2, wo es eine extra Einschleifung in die gewünschte Richtung gibt.

Umgehung Puchheim

Doch auch bei Puchheim-Ort hat es in der Vergangenheit schwere Unfälle gegeben. Ein Puchheimer hatte deshalb sogar das Straßenbauamt angezeigt. Die Staatsanwaltschaft verzichtete aber auf ein Ermittlungsverfahren. Trotzdem nahm die so genannte Unfallkommission, bestehend aus Vertretern von Bauamt, Landkreis, Kommunen, Polizei und ADAC die Auffahrten bei Puchheim-Ort unter die Lupe. Das Ergebnis: „Verkehrsrechtlich ist dort nichts zu machen“, sagt Karl Stecher, Referatsleiter im Brucker Straßenverkehrsamt und Mitglied der Unfallkommission.

Was der Experte damit sagen will: Die Unfälle dort wären auch bei niedrigerem Tempo passiert. „Ein Tempolimit wäre nur eine Alibi-Aktion und würde das Kernproblem nicht lösen.“ Deshalb will das Straßenbauamt den Knotenpunkt überplanen.

Anschluss Germering

Ein wenig weiter ist man da schon bei der Anschlussstelle Germering Nord. Nach einem dramatischen Unfall, bei dem ein Kind ums Leben gekommen war, sind die beteiligten Behörden zu dem Schluss gekommen, dass der Knotenpunkt umgebaut werden muss. Dafür benötigt das Straßenbauamt aber Flächen, die derzeit Privatbesitz sind. Die Verhandlungen laufen noch.

Bis die Bagger anrollen, sollen vor allem optische Verbesserungen Abhilfe schaffen. So wurden etwa fluoreszierende Hinweistafeln angebracht, Büsche abgeholzt und Fahrbahnränder neu markiert.

Unfallträchtige Bundesstraße

Auf der B 2 östlich von Fürstenfeldbruck hat es in den vergangenen Jahren mehrere schlimme, teils tödliche, Unfälle gegeben. Der wohl dramatischste ereignete sich im April 2017. Dort hatte eine Fahranfängerin ein Auto in den Gegenverkehr gedrängt. Eine Dreijährige kam dabei ums Leben. Ihre Mutter und der Bruder wurden schwer verletzt. Es war nicht der einzige schwere Unfall auf der Strecke. Im Jahr 2013 starb bei Puchheim eine damals 44-Jährige, fünf Jahre später wurde fast an der selben Stelle eine 43-Jährige schwer verletzt. Der vorläufig letzte schlimme Crash passierte am Pfingst-Wochenende: Am anderen Ende von Puchheim-Ort kam ein Motorradfahrer (36) aus München ums Leben – auch wegen eines Vorfalls beim Einfädeln auf die Bundesstraße. Ein Puchheimer hatte das Straßenbauamt sogar angezeigt. Er sah die Behörde als Schuldige an den Unfällen. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren aber eingestellt. Mittlerweile wurden die Unfälle genau analysiert. Das Ergebnis der Unfallkommission: Alle Crashs sind auf individuelle Fahrfehler zurückzuführen.

Tobias Gehre

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