1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Eichenau

Logistikfirma baut an – Lärmproblem bleibt

Erstellt:

Kommentare

null
In den Transgourmet-Hallen: Betriebsleiter Marcus Hennig (2.v.l.) und Gesamtprokurist Hans-Dieter Bruss (r.) erläutern den Gemeinderätinnen Angela Heilmeier (l.) und Rike Schiele (2.v.r.) die Lagerhaltung. © Kürzl

Es ist entschieden: Der Lebensmittellogistiker Transgourmet darf eine neue Lagerhalle bauen. Das Lärmproblem ist aber trotz eines Vor-Ort-Termins mit dem Eichenauer Gemeinderat nicht vom Tisch.

Eichenau – 136 Meter lang, 36 Meter breit und zwölf Meter hoch soll die neue Lagerhalle des Großlogistikers werden. Die Anwohner beklagen sich bereits seit Längerem über Lärm durch Lastwagenverkehr in der Nacht. Der Gemeinderat hat sich nun die Lage einmal direkt im Unternehmen angeschaut.

Das Unternehmen

Transgourmet-Betriebsleiter Marcus Hennig beginnt den Vor-Ort-Termin mit einem Geständnis: „Beim Lärm haben wir nicht alle Hausaufgaben gemacht.“ Er selbst ist zwar bereits seit Mai vor Ort, Gegenmaßnahmen wurden jedoch erst Anfang dieser Woche eingeleitet. So beginnt die Beladung der eigenen Lastwagen-Flotte nun um vier Uhr statt wie bisher um drei Uhr. So zumindest lautet die offizielle Regelung.

„Inoffiziell hat mancher auch schon mal vorher angefangen“, räumt Hennig ein. 30 bis 60 Minuten dauert es, bis die Fahrer vom Gelände kommen. Ab sofort wäre dieser Lieferverkehr also frühestens um halb fünf Uhr spürbar. Hennig will aber noch eine weitere Maßnahme einleiten: Aus einem Lager in UIm sollen leisere Lastkraftwagen im Tausch nach Eichenau kommen. In Ulm würden die lauteren nicht stören, da es sich dort um ein reines Gewerbegebiet handle, so der Betriebsleiter.

Externe Zulieferer würden zudem ab sofort erst ab 6 Uhr starten dürfen. Damit diese nicht ungebremst über das Gelände fahren können, hat Transgourmet in dem Bereich, der an die Tannenstraße grenzt, mit Paletten Hindernisse aufgebaut.

Hennig betonte, dass sich durch die neue Lagerhalle die Zahl der Lastkraftwagen auf absehbare Zeit nicht ändern werde. Der Bau soll vielmehr helfen, die Logistik zu verbessern. Transgourmet lagert ungefähr 12 000 Artikel, die Groß-Kliniken und Groß-Caterer beziehen – vom Überraschungsei bis zum Bioprodukt und Hygieneartikel.

Der Gemeinderat

Im Gemeinderat herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass Lärmbelästigung und Bebauungsplan zu trennen sind. Das wurde in der Sitzung nach dem Ortstermin deutlich. „Jedem soll es möglich sein, sein Baurecht voll auszuschöpfen“, sagt Sebastian Niedermeier (FW). Der dritte Bürgermeister Josef Spiess (CSU) rät dazu, erst einmal den Bau der neuen Lagerhalle abzuwarten.

Auch der früher bei den Transgourmet-Plänen eher skeptische Andreas Zerbes (SPD) gesteht dem Logistiker zu, Entgegenkommen gezeigt zu haben. Michael Wölfl (CSU) stimmt dem zu, betont aber wie Zerbes, dass die Lärmbelästigung sofort abzustellen sei. „Wir müssen da bei den Bürgern sein“. Umweltreferentin Marion Behr von den Grünen hingegen plädierten dafür, die Lärmbelästigung sehr wohl in die Bewertung einzubeziehen. Am Ende stand fest: Der Bebauungsplan geht durch, das Unternehmen darf seine Lagerhalle bauen.

Die Anwohner

Mit gemischten Gefühlen ist Markus Hausberger aus der Gemeinderatssitzung gegangen. Er wohnt in der Tannenstraße und bemerkt die Lärmbelästigung vor allem an seinen Kindern, ein Jahr und vier Jahre alt. „Sie schlafen seit Wochen unruhig.“ Deswegen hat er sich mit anderen Anwohnern in einem mehrseitigen Schreiben unter anderem an das Landratsamt gewandt. Darin wird auch in Frage gestellt, ob ein solches Verteillager, das an ein Wohngebiet grenzt, noch zeitgemäß ist.

Als positiv bewertet der Eichenauer, dass sich der Abstand vergrößert hat. Damit könne man leben. Jedoch fühlt er sich von der Mehrheit des Gemeinderates nicht ausreichend gehört. Nur die Grünen hätten Bürgernähe in gewünschtem Maß gezeigt. Ob die eingeleiteten lärmdämmenden Maßnahmen greifen, will er abwarten.

Unterstützung erfährt er von Markus Brüstle, der seit Wochen Protokoll über den Lieferverkehr führt. Dass es notwendig ist, zeigt eine Beobachtung unmittelbar nach der Rückkehr Hausbergers von der Sitzung kurz vor 22.30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt fahren gerade zwei 40- Tonner auf dem Firmengelände herum.

Auch interessant

Kommentare