1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Eichenau

Erfahrungsbericht: So läuft es mit den Corona-Luftfiltern in einer Schule

Erstellt:

Kommentare

Hält die Anschaffung für die richtige Entscheidung: Rektorin Sandra Doriat bei der Präsentation der mobilen Anlagen im Dezember 2020. archivFoto: weber
Hält die Anschaffung für die richtige Entscheidung: Rektorin Sandra Doriat bei der Präsentation der mobilen Anlagen im Dezember 2020. © Weber-Archiv

Luftfilter ja oder nein? Die Debatte über den Nutzen der Geräte ist teilweise hoch emotional. Nicht so in Eichenau: Die Josef-Dering-Schule hat solche Geräte bereits im Dezember 2020 als erste Schule im Landkreis angeschafft. Das erste Fazit fällt positiv aus.

Eichenau – „Jederzeit und immer wieder.“ So beantwortet Rektorin Sandra Doriat die Nachfrage, ob sie die Klassenzimmer der Josef-Dering-Schule wieder mit Luftentkeimungsgeräten ausrüsten würde.

Die Erfahrungswerte seit der Anschaffung im Dezember 2020 dort sind zwar relativ gering, weil die Kinder nach den Schulschließungen erst in die Klassenzimmer zurückkehrten, als die Temperaturen draußen wieder anstiegen. Aber das Argument der Geräuschentwicklung, das vielerorts gegen Luftfilter angewandt wird, kann Doriat auf jeden Fall entkräften: „Es stört im laufenden Unterricht nicht.“ Am Lüftungsverhalten in den Klassen habe sich ebenfalls wenig geändert. Man lüfte, wenn in den Räumen Sauerstoff zugeführt werden müsse – unabhängig von Corona.

Von den Mädchen und Buben habe es gar keine Äußerungen gegeben, so Doriat. „Und die Eltern haben ja ihre zustimmende Haltung durch ihre große Spendenbereitschaft signalisiert.“

Luftfilter: Eltern spenden bei Beschaffung

Finanziell möglich gemacht hatten die Anschaffung der insgesamt 23 Geräte der Förderverein der Schule mit 15 000 Euro sowie die Eltern mit Spenden von 7500 Euro. Denselben Betrag legte die Gemeinde noch oben drauf. Dies war nötig, weil diese Geräte nicht gefördert werden. „Wir haben das getan, um die Kinder bestmöglichst zu schützen“, sagte Doriat damals bei der Präsentation der UV-C-Anlagen der Firma Limelight Innovations aus Gilching.

Auch in der Gemeinde steht man den Luftfiltern positiv gegenüber. Bürgermei- ster Peter Münster (FDP) bestätigt sinngemäß Doriats Aussage: „Jederzeit und immer.“ Es sei generell zweckmäßig, für zukünftige Wellen bakterieller und Viruserkrankungen einen zusätzlichen Schutz bieten zu können, teilte Münster auf Anfrage mit. „Insofern ist die Anschaffung der Geräte positiv zu beurteilen.“ Wartungsfälle habe es nicht gegeben. Dennoch befürchtet Münster, dass die aktuelle Entwicklung mit wieder steigenden Inzidenzzahlen Schulschließungen notwendig machen wird: „Trotz gegenlautender Äußerungen der Bayerischen Staatsregierung.“

Luftfilter vor allem für Kellerräume

In der Starzelbachschule hat die Gemeinde Eichenau im Rahmen eines Förderprogramms Anfang des Jahres Luftfilter vor allem für Kellerräume beschafft: „Dort kann man nicht lüften“, erklärt Münster. Zumindest sei die Starzelbachschule komplett mit den so genannten Corona-Ampeln ausgestattet.

Es werde aber derzeit geprüft, so Münster, ob man im Zug der energetischen Sanierung über raumlufttechnische Anlagen Luftreinigungskomponenten installieren könne. Dies könne dann im Rahmen eines Förderprogramms des Bundes geschehen, so Münster. „Eine Entscheidung hierüber wird in den kommenden Monaten fallen.“ In der Nachbarstadt Olching ist dies bereits geschehen.

Bei den aktuell diskutierten Luftfiltern sei die Marktsituation unübersichtlich. Lieferzeiten würden derzeit zwischen sechs und zehn Wochen betragen – unabhängig von allen Formalien wie etwa einer EU-weiten Ausschreibung ab einem Auftragswert von 214 000 Euro. In der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck habe man dies insofern umgangen, als man den Auftrag aufteilte.

Auch interessant

Kommentare