Das Beaversystem: 2013 kamen die flexiblen, aufblasbaren Röhren am Starzelbach zum Einsatz.	ARCHIVFOTO: RITZ-Burgstaller
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Das Beaversystem: 2013 kamen die flexiblen, aufblasbaren Röhren am Starzelbach zum Einsatz.

Eichenau

Mit Röhren gegen das Hochwasser gerüstet

  • VonHans Kürzl
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Nach der Flut-Katastrophe im Westen Deutschlands dürften sich viele fragen: Ist mein Ort eigentlich ausreichend geschützt? In Eichenau war man nach dem Jahrhundert-Hochwasser 2013 schnell aktiv, sieht aber auch Grenzen.

Eichenau – So still plätschernd der Starzelbach für gewöhnlich seinen Weg durch Eichenau nimmt, so schnell kann er bei Starkregen-Ereignissen zur Problemzone werden. Vor acht Jahren bescherte er der Gemeinde ein ungewöhnlich starkes Hochwasser. Eichenau hat darauf reagiert.

„Der Starzelbach beehrt uns öfter. 2013 ist daher geeignet, sich das immer wieder ins Gedächtnis zu rufen“, erzählt Bürgermeister Peter Münster, der auch Mitglied der Feuerwehr ist. „Wir haben ein Frühwarnsystem, das uns hilft, die Wetterlage einzuschätzen.“ Man könne sich so schon mal leichter darauf einstellen, in welchem Umfang Einsätze notwendig werden könnten. „Man ist dann im Notfall schneller und flexibler am Einsatzort.“ So könne etwa auch geprüft werden, welche Brücken offen bleiben können und welche geschlossen werden müssen. Auf der Homepage der Feuerwehr findet sich ebenfalls ein Hochwasser- und Warndienst.

Der Starzelbach kann schnell zur Problemzone werden.

Bei einem Ereignis wie im Jahr 2013 könne man allerdings nicht mehr allein agieren, sagt Münster. Das gehe nur im Gleichschritt mit den anderen Kommunen, die am Starzelbach anliegen. Für die normalen Hochwasserfälle sieht man sich in Eichenau dagegen gut gerüstet.

Eine Konsequenz, die man sehr schnell nach dem Hochwasser im Juni 2013 gezogen hat: Noch im gleichen Monat war die Anschaffung eines zusätzlichen Beaverschutzsystems Thema im Gemeinderat. Die aufblasbaren, orangefarbenen Röhren werden mit Wasser befüllt. Sie sind flexibler und schneller einsetzbar als Sandsäcke. 160 Meter hatte man damals in Eichenau bereits vorrätig. Rund 200 zusätzliche Meter Röhren wurden für 75 000 Euro schließlich zeitnah auf den Weg gebracht.

Etwa 50 Pumpen habe die Feuerwehr zusätzlich gewissermaßen griffbereit, sagt Münster. Dieser kommen bei übergelaufenen Kellern zum Einsatz.

Personell wird das alles von 70 bis 80 Einsatzkräften bewältigt. „Alle werden mit dem Umgang von Beaversystem und Pumpen immer wieder vertraut gemacht“, sagt Münster hin. So sei die Feuerwehr stets auf dem aktuellen Ausbildungsstand in Sachen Hochwasser.

Etwas entlastet werden könnten nach Ansicht Münsters die Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr schon. Zum Beispiel, wenn Bauträger und Architekten beim Häuserbau nicht am Hochwasserschutz sparen. Dazu zählt der Bürgermeister auch, dass man privat Pumpen oder Sandsäcke vorhalten könnte. „Das hat aber nur empfehlenden Charakter“, erklärt der Bürgermeister ausdrücklich.

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