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Furchtbares Bild: Beim Blick auf die drei vollkommen demolierten Unfallfahrzeuge lässt sich erahnen, wie heftig der Aufprall war. foto: dpa

Zwei Menschen starben

Nach Drama auf A95: Todesfahrer verurteilt

Eichenau/Penzberg – Es war der Tag, an dem Sturm Niklas Oberbayern verwüstete: Ein damals 20-jähriger Eichenauer raste auf der Autobahn bei Penzberg in einen Transporter auf dem Pannenstreifen. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben. Jetzt musste sich der junge Fahrer vor Gericht verantworten.

Die Stimmung im Weilheimer Gerichtssaal war erdrückend. Weinend verfolgten die Angehörigen der Verstorbenen die Verhandlung. Die Tragik des schrecklichen Unfalls mit Todesfolge ist kaum zu ertragen. Das Drama passierte am 31. März vergangenen Jahres. Der junge Autofahrer aus Eichenau war bei Graupelschauern und glatter Straße auf der A 95 unterwegs. Auf Höhe der der Ausfahrt Penzberg geriet er mit seinem 420 PS starken Audi RS 4 bei 135 Kilometern pro Stunde ins Schleudern. Er rutschte über die Fahrbahn und krachte mit voller Wucht in einen Transporter, der nach einem Unfall auf dem Pannenstreifen stand. Vor dem Fahrzeug wiederum stand ein Sanka.

Die beiden Sanitäter seien zufällig an dem verunglückten Transporter vorbeigekommen und hätten nachsehen wollen, ob es dem Fahrer gut gehe, schilderte der Retter, der überlebte, vor dem Amtsgericht Weilheim. Die beiden Kollegen hätten damals bereits die Polizei verständigt und nur noch darauf gewartet, dass die Beamten kamen. Dann wollten die beiden zum nächsten Einsatz weiterfahren, erklärte der Sanitäter dem Richter. Doch dazu kam es nicht mehr. Wenig später wurden sie selbst zu Unfallopfern.

Während sein Kollege und der verunglückte Fahrer zwischen dem Transporter und dem Rettungswagen standen, war der Retter gerade dabei, ein Warndreieck am Straßenrand aufzustellen. Plötzlich hörte er ein schleifendes Geräusch. „Ich habe das Auto quer rutschend auf mich zukommen sehen“, sagte der Sanitäter im Zeugenstand. „Dann weiß ich nichts mehr.“

Offenbar hatte er sich durch einen Sprung zur Seite vor dem Fahrzeug mit dem jungen Eichenauer hinterm Lenkrad retten können. Dabei erlitt der Sanitäter (22) aber einen Wadenbeinbruch und eine Gehirnerschütterung. Der Wagen des Angeklagten knallte nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft mit einer solchen Wucht gegen den stehenden Transporter, dass dieser gegen das Heck des Rettungswagens krachte. Der Krankenwagen wurde dabei acht Meter nach vorne geschleudert. Die beiden Wartenenden hatten zwischen den beiden Fahrzeugen gestanden. Der Fahrer des Transporters (61) war sofort tot. Der Rettungssanitäter aus Bad Heilbrunn (51) wurde in die Unfallklinik nach Murnau gebracht. Der Mann wurde 19 Mal operiert. Dennoch verstarb er am 23. Juli an den Folgen des Unfalls.

Wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in einem Fall wurde der junge Mann aus Eichenau nun verurteilt. Das Gericht verhängte eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten. Außerdem muss der junge Mann seinen Führerschein für drei Monate abgeben, 40 Stunden soziale Dienste leisten, 800 Euro an die „Brücke Oberland“ zahlen und einen Verkehrskurs absolvieren.

Im Vorfeld der Verhandlung hatte sich der Angeklagte bereits in einem Brief bei den Angehörigen entschuldigt. Und er wiederholte vor Gericht: „Ich möchte mich entschuldigen und mein Beileid aussprechen.“

Kathrin Hauser

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