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Linderung: Mit Schmerzmitteln lassen sich physische Schmerzen behandeln, doch Sterbende brauchen auch eine Beispielfoto: 

Vier Träger schließen sich zusammen 

Netzwerk für Palliativ-Medizin gegründet

Eichenau - Das Lebensende lebenswert machen – Das will das Netzwerk Hospiz- und Palliativversorgung Fürstenfeldbruck, das sich nun gegründet hat. Es soll helfen die Situation von schwerstkranken und sterbenden Menschen zu verbessern.

 Ein Familienvater mit 40 Jahren ist an Krebs erkrankt. Nicht nur seine Schmerzen müssen behandelt werden, sondern auch seine seelische Verfassung und die seiner Angehörigen. Hinzukommt die Sorge des Patienten um die Zukunft seiner Familie. „Viele Kompetenzen sind notwendig, um den Menschen zu helfen“, sagt Dirk Spohd, Leiter des Evangelischen Pflegezentrums Eichenau.

Die Einrichtung hat sich mit dem Ambulanten Palliativteam Fürstenfeldbruck, dem Hospizverein Germering und dem Ambulanten Palliativberatungsdienst der Caritas zum „Netzwerk Hospiz- und Palliativ-Versorgung Fürstenfeldbruck“ zusammengeschlossen. Die Initiative reicht über den Landkreis Fürstenfeldbruck hinaus. Eine erste Anlaufstelle für Betroffene ist bereits geschaffen. Sie ist angesiedelt in der Kreisklinik. Bald soll auch eine Homepage des Netzwerkes online gehen.

Doch das Netzwerk will nicht nur Angehörige erreichen. „Jeder muss sich einbringen, der im weitesten Sinn in diesem Bereich arbeitet“, sagt Dr. Karlheinz von Jan. Für den Palliativmediziner an der Kreisklinik Fürstenfeldbruck ist es wichtig, „wieder zu lernen, dass ein Mensch in Würde sterben darf. Dazu müssten Mediziner, Pfleger und Seelsorger bereit sein, ihren Erfahrungsschatz einzubringen und weiter zu geben. Christine Kleinert, Hospizbeauftragte im Pflegezentrum Eichenau, spricht von „der Schnittstelle zwischen allen Palliativbereichen“, die man im Blick habe.

Im Pflegezentrum Eichenau gehört Sterben zum Alltag. Bei rund 180 Betten kommt es laut Spohd zu etwa 60 Sterbefällen im Jahr. Mit palliativ geschultem Fachpersonal stellt man sich dieser Problematik. Wobei Spohd festgestellt hat, dass bei manchen Hausärzten das Verständnis für Palliativmedizin, die auf Linderung statt auf Heilung abzielt, noch fehlt.

Reine Hospizplätze sind seltener und laut Spohd für 6500 Euro je Platz zu haben. Damit sind sie etwa viermal so teuer wie ein Pflegeplatz. Weil es immer mehr Menschen gibt, die zu Hause betreut werden wollen, braucht es auch dafür Anlaufstellen. Hospizvereine, die mit geschulten Ehrenamtlichen arbeiten, reichen in den ambulanten Bereich hinein. Sie helfen beim Organisieren und Bewältigen des Alltags.

Doch Peter Braun, Vorsitzender des Hospizvereins Germering, stellt klar: „Wir leisten weder ärztliche noch pflegerische Arbeit.“ Dafür seien die anderen Säulen des Netzwerks zuständig. Auch bei juristischer Hilfe sei das Netzwerk außen vor. „Einziges Ziel ist, die Lebensqualität des Sterbenden zu bewahren“, sagt Braun. Ein Hospizbegleiter bringe Normalität in den Alltag, bestätigt Susanne Heußler vom Hospizdienst der Caritas.

Das Netzwerk ist aber genauso beim Pflegepersonal gefragt, das in vielen Fällen mehrheitlich aus Menschen mit Migrationshintergrund besteht. Hier müsste für von Jan die Bündelung der Kräfte dazu beitragen, Berührungsängste gegenüber der Palliativmedizin abzubauen. Für Heimleiter Spohd wäre dies eine Win-Win-Situation. Er sagt: „Der Patient fühlt sich wohler, das Pflegepersonal ist entlastet.“ (hk)

Die Anlaufstelle

ist unter der Telefonnummer (0 81 41) 99 44 26 erreichbar. Neben dem Landkreis Fürstenfeldbruck sind auch angrenzende Gemeinden im Starnberger und Landsberger Raum eingebunden.

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