Keine Berührungsängste: Beim Gottesdienst überreichten Schüler den Heimbewohnern selbst gebastelte Kreuze. Foto: hk

Evangelisches Pflegezentrum Eichenau feiert zehnjähriges Bestehen

Der Ort, an dem man in Würde altern kann

Eichenau - 2006 hat das Evangelische Pflegezentrum in Eichenau seine Türen geöffnet. Jetzt haben die Betreiber, Bewohner und Bediensteten des Hauses das zehnjährige Bestehen der Einrichtung gefeiert.

Das Leben verlangt nach Würde: „Für andere und sich selbst“, betonte Dekan Stefan Reimers im Rahmen des ökumenischen Festgottesdienstes, der wie die daran anschließenden Feierlichkeiten in einem großen Zelt neben dem Heim abgehalten wurde. Vor zehn Jahren war die Segnung von Kreuzen Symbol für die Würde des Menschen, als das von Dirk Spohd geleitete Evangelische Pflegezentrum in Eichenau seinen Betrieb aufnahm. Ziel Spohds und seiner Mitarbeiter war es von Anfang an, den 186 Heimbewohnern eine so qualitativ hochwertige Umgebung und Betreuung zu bieten, dass sie in Würde altern können.

Kreuze waren nun beim Jubiläumsfestakt auch das Symbol für die Verbindung zwischen den Generationen, die von der Einrichtung der Inneren Mission München (IM) von Beginn an gefördert wurde. Für das Fest hatten Kinder der Josef-Dering-Schule kleine Kreuze gebastelt, die sie an Bewohner überreichten.

"Hier ist ein Ort der Achtsamkeit"

„Hier ist ein Ort der Achtsamkeit“, sagte Reimers weiter. Dies sei in einer Einrichtung wie dem Pflegezentrum notwendig. Viele Menschen würden sich nämlich fürchten, im Alter mit ihren Sorgen allein zu bleiben. „Dabei ist Sorge und Pflege ein Grundbedürfnis, um als Mensch in Würde leben zu können.“

So gesehen ist der Alltag in der Pflege positiv, fügte Günther Bauer, Vorsitzender der IM München, hinzu. Er verband dies allerdings mit Kritik am Gesetzgeber, der immer wieder neue Regeln und Vorschriften für die Pflegeberufe schaffe. „Das macht uns zornig, was wir immer wieder zusätzlich erledigen müssen“, sagte Bauer.

Im Pflegezentrum Eichenau hat dies jedoch keine Auswirkungen auf den Personalstand, wie Gerhard Prölß, Geschäftsführer der „Hilfe im Alter GmbH“ feststellte. Viele Mitarbeiter seien dem Heim seit dessen Eröffnung treu geblieben. Er fügte hinzu, er sei von Anfang an von der Lage des Pflegezentrums überzeugt gewesen. Prölß wie Bauer hoben zudem die Rolle von Heimleiter Spohd hervor. Er habe in den zehn Jahren dafür gesorgt, dass das Heim sowohl beim Personal als auch bei Angehörigen und Bewohnern einen guten Ruf besitze. „Spohd ist der Mittelpunkt des Netzwerkes“, so Bauer.

"Die Einrichtung ist ein Glücksfall für die Gemeinde"

Der Gemeinderat hatte mit seinen politischen Entscheidungen zu der Entwicklung des unmittelbar am S-Bahnhof gelegenen Pflegezentrums beigetragen. „Die Einrichtung ist ein Glücksfall für die Gemeinde“, betonte Bürgermeister Hubert Jung. Es sei ein Projekt, „auf das ich im Rückblick auch persönlich sehr stolz bin“. Die Bedeutung für den Landkreis unterstrich Vize-Landrätin Martina Drechsler. „Das Evangelische Pflegezentrum ist eine segensreiche Einrichtung“, sagte sie.

Den Gottesdienst hatten der evangelische Pfarrer Christoph Böhlau und sein katholischer Kollege Martin Bickl abgehalten. Für die musikalische Umrahmung hatte der Musikverein Eichenau gesorgt. Danach gab es ein Mittagessen und ein buntes Rahmenprogramm.

von Hans Kürzl

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