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Zum Nichtstun verdammt (v. l.): Benga, Rebecca, Nelson und Faith. Die vier Afrikaner leben derzeit in Eichenau. 

Eichenau

Die Schicksale hinter den Ablehnungsbescheiden

Vier Asylbewerber, die in Eichenau untergebracht sind, wissen nicht wie es weitergeht. Sie haben hier bereits gearbeitet – fleißig und zuverlässig, wie ihnen örtliche Arbeitgeber bestätigen. 

Eichenau – Doch ihre Anträge auf Asyl sind abgelehnt, das Landratsamt Fürstenfeldbruck sperrt sich gegen eine Weiterbeschäftigung. „Fehlender Integrationswille“, lautet bei Benga, Faith, Nelson und Rebecca jeweils die Begründung. In der Regel wird das an fehlenden Sprachkenntnissen festgemacht.

Für Hans Sautmann vom Asylhelferkreis Eichenau ist das dennoch „eine sehr dehnbare Auslegung“. Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, hatte der Kreis zu einem Gespräch eingeladen. Die Eichenauer Ehrenamtlichen helfen den vier Afrikanern nun beim Einspruch gegen den Ablehnungsbescheid. Sautmann weist darauf hin, dass die Bayerische Staatsregierung Arbeit und Ausbildung für Geflüchtete als möglich und wünschenswert einstuft. „Nur Landrat Karmasin hält sich nicht daran.“ Er sieht zudem eine Ungleichbehandlung. „Bei Syrern und Irakis sind die Anträge leichter genehmigt worden.“

Dabei hat zum Beispiel Faith aus Nigeria gut vorgelegt. „Ich will darauf vertrauen, dass ich an eine Zukunft in Deutschland glauben kann“, sagt die 21-Jährige, die Krankenschwester werden will und bereits mit der Ausbildung begonnen hat. Sie spricht gutes Deutsch.

Soweit ist Benga noch nicht. Doch für Sabine Wimmer, Geschäftsführerin eines Gröbenzeller Handwerksbetriebes, und Beate Schönleben aus Puchheim ist das kein Problem. „Benga war gut integriert, hat sich mit den Kollegen verstanden und gut auf Englisch verständigt“, erzählt Wimmer über den gelernten Installateur. Das bestätigt Schönleben und erklärt: „Ich würde ihn sofort wieder nehmen. Gute Leute sind gefragt.“

Schönleben wie Wimmer verstehen die Welt nicht mehr. Diese Afrikaner hätten ihren Integrationswillen eindeutig bewiesen. Bei übergeordneten Verbänden wie der Industrie- und Handelskammer hätten sie aber nicht mehr nachgefragt, um Druck auf das Landratsamt auszuüben. Man müsse sich auch um den laufenden Betrieb kümmern, erklären beide.

Auch Rebecca und Nelson aus Uganda blicken besorgt in die Zukunft. Nelson wurde von dem Online-Versandhändler, bei dem er beschäftigt ist, nahe gelegt zu kündigen, nachdem es einen Kontakt zwischen Landratsamt und dem Händler gegeben habe, berichtet Sautmann. Rebeccas Arbeitsaufnahme scheiterte daran, dass sie keinen Pass vorweisen kann. Beide betonen: „Wir wollen hier Geld verdienen, hier leben und hier unsere Steuern zahlen.“(hk)

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