Volles Haus in der Friesenhalle: Rund 250 Eichenauer waren zur Podiumsdiskussion des Tagblatts gekommen.

Podiumsdiskussion

Schlagabtausch über Eichenaus Zukunft

Eichenau - Die bevorstehende Bürgermeisterwahl hat zahlreiche Eichenauer zur Podiumsdiskussion des Fürstenfeldbrucker Tagblatts in die Friesenhalle gelockt. Rund 250 Bürger verfolgten die Diskussion mit den vier Bewerbern um den Chefsessel im Rathaus.

Saßen auf dem Podium (v.l.):  Martin Eberl, Dirk Flechsig, Tagblatt-Moderator Stefan Weinzierl, Claus Guttenthaler und Peter Münster.

Dass ein „Neuer“ nach Bürgermeister Hubert Jung (CSU) ins Rathaus einziehen wird, hat die Eichenauer mobilisiert. Bei der von Tagblatt-Redakteur Stefan Weinzierl moderierten Podiumsdiskussion fand sich in der Friesenhalle kein Sitzplatz mehr. Die vier Kandidaten Martin Eberl (SPD), Dirk Flechsig (CSU), Claus Guttenthaler (FW) und Peter Münster (FDP) sahen darin ein Zeichen, dass Kommunalpolitik interessiert.

 Aldi-Areal

Teilweise unterschiedliches Profil zeigte das Quartett bei der Nachnutzung des Aldi-Areals. Der Discounter gibt sein dortiges Zentrallager im kommenden Jahr auf. Am deutlichsten wurde hier Flechsig. „So eine plötzliche Entscheidung ist keine schöne Geste eines Unternehmens, mit dem man Jahrzehnte zusammengearbeitet hat“, sagte er. Die Zukunft des Geländes dürfe man nicht den Eigentümern überlasse. „Da muss die Gemeinde aktiv werden.“ Guttenthaler sprach sich dafür aus, zunächst das Gespräch mit den Eigentümern zu suchen. Münster brachte ein Gründerzentrum ins Gespräch, um neue Firmen nach Eichenau zu locken. Eberl dagegen will bestehenden Handwerksbetrieben eine Erweiterungsmöglichkeit bieten. „Wir dürfen nur nicht sagen, Aldi ist weg, oh Gott“, sagte Eberl.

Verkehr

Der Zuzugsdruck im Großraum München werde mehr Verkehr und eine verstärkte Nachfrage nach Parkraum nach sich ziehen, sagte Münster. Nach dessen Einschätzung „können wohnortnahe Arbeitsplätze Entlastung bringen“. Dem entgegnete Flechsig, dass nicht jeder Eichenauer Arbeitsplatz von einem Eichenauer Bürger besetzt sei. Guttenthaler sah ein Umdenken in der Mobilität. „Nicht jeder fährt innerorts mit dem Auto.“ Eberl will eher auf eine weiterführende Schule als auf ein Gewerbegebiet Nord setzen. „Wir müssen nur so bauen, dass wir einem S-Bahn-Ausbau nicht im Weg stehen.“

Kinderbetreuung

Wie Kinder und Jugendliche untergebracht und betreut werden, beschäftigt alle Kandidaten. Für Eberl und Münster gehört dazu, dass das Jugendzentrum personell wieder aufgewertet werden soll. Nachholbedarf wird auch im Hortbereich gesehen. Während Flechsig in der bereits beschlossenen Erweiterung der Starzelbachschule eine gute Lösung sah, sagte Eberl: „Wir sollten über eine Ganztagsschule und einen Waldkindergarten nachdenken. Guttenthaler erwartet auf jeden Fall, dass der Bau einer weiteren Kindertagesstätte nötig werden wird. Wohnraum „Für mich macht Nachverdichtung an der Hauptstraße Sinn“, so Münster. Dagegen setzt Flechsig auf den Erhalt des Gartenstadtcharakters der Gemeinde. Deshalb forderte er: „Nur maßvoll verdichten, wo es notwendig ist.“ Für Eberl ist die Erweiterung allein schon deshalb nötig, um bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Das Gebiet nördlich der Bahnlinie, das allerdings zu Enmering gehört, müsse man im Auge behalten. Guttenthaler wies jedoch darauf hin, das es mit einem Gebietstausch nicht getan sei. Es müssten im Norden dann auch eine Kindertagesstätte und ein Lebensmittelmarkt gebaut werden.

Hochwasser

Der Hochwasserschutz interessierte die Eichenauer besonders. Alle vier Kandidaten sind der Meinung, dass Schutzmaßnahmen nur dann wirkungsvoll sind, wenn diese unter den Kommunen abgesprochen werden. Eberl sagte auch, dass man mit den Landwirten sprechen müsse. „Es geht nicht an, dass Felder geschützt sind und der Wohnraum der Bürger überschwemmt wird.“

von Hans Kürzl

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