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Eichenau

Serenade im Zeichen der Mondlandung

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Vor 50 Jahren betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Grund genug für den Musikverein Eichenau und die Stadtkapelle Fürstenfeldbruck, die Se(e)renade diesem Ereignis zu widmen. Passende Melodien hatten beidegenug im Repertoire.

Eichenau – Zum Schluss musste sogar unplugged gespielt werden. Der Strom war weg, das Mikrofon fiel aus. Doch aus der Ruhe und schon gar nicht aus der Stimmung bringen ließ sich Jan Manz. Als erfahrener Moderator der Serenade am See, verließ er sich in den Schlussminuten auf die Kraft seiner Stimme. Verstanden wurde er genauso und es passte dann auch perfekt zur Atmosphäre.

„Zurück zur Natur“, schmunzelte Melanie Heller ob des Stromausfalls. Es habe sie nicht gestört, dass sie genauer hinhören musste, so die 58-Jährige aus München. Wie sie kam ein Viertel der geschätzten 400 Besucher, von den Kennzeichen der geparkten Autos ausgehend, aus der Landeshauptstadt an den beschaulichen Eichenauer Badeweiher.

Sie habe extra kein Licht oder Lampion mitgenommen, so Heller. „Um mich ganz der Stimmung hinzugeben.“ Es sei ja ein historischer Tag – 50 Jahre Mondlandung. Sie selbst könne sich noch gut erinnern. Ihre Eltern hätten sie extra geweckt. „Was du jetzt siehst, kannst du später mal deinen Kindern und Enkeln berichten“, haben Mutter und Vater der damaligen Drittklässlerin erklärt. So ganz habe sie die historische Dimension jedoch nicht begriffen, erinnert sich die Münchnerin. „Heute habe ich manchmal fast das Gefühl, dass ich damals selbst auf dem Mond gelandet bin.“

Das Jahrhundertereignis bewusster erlebt hatte damals Franziska Frey aus Eichenau. „Es war etwas besonderes.“ Das habe sich allein dadurch bemerkbar gemacht, „dass wir schulfrei bekommen haben“. Das sei als Schülerin natürlich wichtig gewesen, schmunzelt sie und wird dabei ein wenig nachdenklich. „Heute, bei den vielen Übertragungen und der Masse an Ereignissen, würde man ein so besonderes Gefühl wohl gar nicht mehr entwickeln“, meint die Eichenauerin.

Der Abend am Eichenauer See war für sie und ihren Mann Siegfried aber auch besonders. „Wir sind zum ersten mal bei dieser Serenade.“ Schon in der Pause, die zwischen den Auftritten der Stadtkapelle und dem Musikverein liegt, können die beiden feststellen: „Es hat sich gelohnt, hier herzukommen.“

Den Musikern gefällt so ein Lob freilich sehr. „Hier am See, das ist unser Lieblingspublikum“, erklärt Elisabeth Ellenrieder vom Musikverein Eichenau. Sie trete gerne unter freiem Himmel auf. Auch die vielen Menschen würden sie besonders motivieren. „Es ist einfach schön hier“, sagt Ellenrieder. Bestätigt wird sie von Holger Rabe, einem Saxophinisten bei der Stadtkapelle Fürstenfeldbruck. „Am See, in der Natur und dann die Musik dazu – das ist schon ein großes Ereignis und Erlebnis “, meint er nach den Auftritten gut gelaunt. Er werde sich gerne an diesen Abend erinnern, so Rabe. Etwas weniger emotional begegnete er dem Motto des Abends. „Ich war bei der Mondlandung erst zwei Jahre alt, da hat man das nur aus Erzählungen mitbekommen.“

Dafür erzählt Moderator Manz immer wieder aus jenen Tagen, die nun ein halbes Jahrhundert zurückliegen. Stets schafft er es, einen Bezug zu Mond oder zur Raumfahrt herzustellen. Sei es, dass in einem Stück des Musicals „Cats“ die Katze den Mond anbetet oder dass er zur Filmmusik von „Star Wars“ überleitet. Das Publikum klebt bei seinen Erläuterungen förmlich an seinen Lippen.

Durch die vielen Fortsetzungen hat „Star Wars“ etwas Verbindendes zwischen den Generationen. Das stellt Eichenaus Gemeinderätin Inge Hoffmann fest. Für sie hat außerdem die Serenade einen gewissen Eventcharakter: „Durch solche Ereignisse fällt es leichter, Jugendliche in einem Musikverein oder in eine Stadtkapelle zu locken.“

Helmut Buchbauer, der Ehrendirigent des Musikvereins Eichenau, ist hingegen schon lange mit dabei. Und doch zeigte er sich „emotional positiv berührt“, als ihn Moderator Manz gewissermaßen adelte. „Die Buchbauers haben den Musikverein und die Stadtkapelle mit geprägt“, schloss Manz auch an Buchbauers Ehefrau Juditha gerichtet. Er sei ein verbindendes Element zwischen beiden Orchestern. Etliche Musiker gehören beiden Gruppen an. Und so sah Buchbauer die Serenade auch aus der Sicht eines Musikers. Der Auftritt am See sei eine großartige Leistung. „Im Freien hat man nicht die Akustik eines Konzertsaales“, erklärte er. Deshalb sei die Serenade aus künstlerischer Sicht etwas ganz Besonderes.

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