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Eichenauerin forscht jahrelang rund um das Thema Liebe - jetzt gibt es ein Hörspiel

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Von: Ulrike Osman

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Ein Herzanhänger hängt an einem geschmückten Weihnachtsbaum.
Ein Herz an einem geschmückten Weihnachtsbaum. Die Eichenauerin Elke Heinrich veröffentlicht zu Weihnachten ein Hörspiel zum Thema Liebe. (Symbolbild) © Britta Pedersen/ZB/dpa

Für Elke Heinrich dreht sich alles um die Liebe. Jahrelang hat sich die Schauspielerin aus Eichenau mit dem schönsten Thema der Welt beschäftigt, hat unterschiedliche Sichtweisen erforscht und Texte gesammelt. Herausgekommen ist ein Hörspiel – pünktlich zum Fest der Liebe.

Eichenau – Eines Tages sollte Elke Heinrich in der Kunstgalerie ihrer Schwester in Jesenwang eine Lesung halten, als Rahmenprogramm für eine Ausstellung mit dem Titel „Liebe Liebe, ...“. Bei der Suche nach passenden Texten fiel ihr „dieses komische Gedicht“ ein, das in ihrer Teenagerzeit Thema im Deutschunterricht gewesen war. Sie durchforstete im Haus ihrer Eltern alte Schulhefte, bis ihr tatsächlich das richtige Blatt in die Hände fiel.

Es war Erich Kästners „Sachliche Romanze“ über zwei Menschen, denen die Liebe abhandenkommt. Ein eher trauriger, pessimistischer Blick auf die Illusion vom lebenslangen Glück, zugegeben. Aber es ging Heinrich von Anfang an darum, auch Texte zu berücksichtigen, die die Liebe nicht nur durch die rosarote Brille betrachten. Sie fand viele. Je tiefer sie in das Thema eintauchte, umso mehr wurde ihr bewusst, wie unterschiedlich das kleine Wort Liebe interpretiert wird.

Über zweieinhalb Stunden an Material hat die 47-Jährige für das Hörspiel zusammengetragen und mit ihrer wunderbar wandelbaren Schauspielerstimme eingesprochen. Dichter, Künstler, Philosophen, Soziologen und Dramatiker kommen zu Wort. Auch die Wissenschaft spart sie nicht aus, die inzwischen weiß, dass die höchste Herzensangelegenheit eigentlich im Hirn stattfindet, wo Hormone und andere Botenstoffe den frisch Verliebten in einen psychischen Ausnahmezustand versetzen.

Auf den Spuren der Liebe: Die Eichenauer Schauspielerin Elke Heinrich hat das Hörspiel „Liebe Liebe, ...“ aufgenommen. Es ist als MP3-Download auf allen gängigen Hörspielportalen im Internet erhältlich.
Auf den Spuren der Liebe: Die Eichenauer Schauspielerin Elke Heinrich hat das Hörspiel „Liebe Liebe, ...“ aufgenommen. Es ist als MP3-Download auf allen gängigen Hörspielportalen im Internet erhältlich. © tb

Steht etwa die vollständige Entzauberung des romantischen Geschehens bevor? „Ob sich die Liebe wirklich auf die Neurochemie im Gehirn reduzieren lässt, ist umstritten“, beruhigt Elke Heinrich. „Bisher jedenfalls lässt sich die Komplexität der Liebe nicht im Labor abbilden.“

Besonders berührt haben sie die Briefe, die sie für ihr Hörspiel ausgesucht hat. Was Franz Grillparzer und Franz Kafka ihren Verlobten schrieben, die seelenvollen Zeilen der Malerin Paula Becker an ihren zukünftigen Mann Otto Modersohn oder Carla Wiecks Treueschwüre an Robert Schumann – das ist schon etwas anderes als flüchtige Kurznachrichten.

„Wie schön die Leute sich früher geschrieben haben“, sagt die gebürtige Allgäuerin. Auch sie selbst hat Liebesbriefe aufgehoben, „von meinem allerersten Freund“. Da sie an eine Mädchenschule ging, war ihr Kontakt zum anderen Geschlecht höchst eingeschränkt. Ihre erste Beziehung fand mehr im Kopf statt – ihr Freund wohnte 200 Kilometer entfernt, nur wenige Male trafen sich die beiden von Angesicht zu Angesicht. So konnte man „den anderen perfekt idealisieren und an der Realität vorbeischrammen“.

Später suchte die Schauspielerin – die in zwei „Kluftinger“-Krimis mitgespielt hat und in Teilzeit als Diplom-Rechtspflegerin an einem Münchner Gericht arbeitet – ihr Glück auf Online-Singlebörsen. Auf sehr amüsante Weise lässt sie ihre Hörer an den diversen Flops teilhaben, die auf diesem Wege zustande kamen. Ihren Partner fand sie später in der echten Welt.

Und statt auf rosa Wolken fand die Beziehung von Anfang an auf dem Boden der Tatsachen statt. „Wir haben uns schon in den ersten Wochen gefetzt, wie die Blöden“, berichtet Elke Heinrich vergnügt. „Wir haben überhaupt alles anders herum gemacht.“ Sie war schon hochschwanger, als sie mit ihrem Freund zusammenzog. „Dann kam unser zweites Kind, und erst später haben wir geheiratet.“ Die 47-Jährige hat ihr ganz persönliches Erfolgsrezept für eine glückliche Partnerschaft gefunden – sich seine Vorstellung von der Liebe selber zu basteln, statt einem idealisieren Fantasiegebilde nachzujagen.

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