Eichenau

Biker ist sauer: Strafzettel-Posse um geparktes Motorrad

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Der Eichenauer Josef Hoffmann ist leidenschaftlicher Motorradfahrer. Vor Kurzem hat er in Landsberg einen Strafzettel bekommen, hinter dem sich eine wahre Park-Regelungs-Posse verbirgt.

Eichenau – Ein Strafzettel vom Landsberger Ordnungsamt fürs Falschparken sorgt für großen Ärger bei Josef Hoffmann. 15 Euro musste der Eichenauer bezahlen, weil er sein Motorrad auf einem einen Meter breiten Streifen in der Lechstadt abgestellt hatte – zwischen einem Pflanzkübel und anderen Motorrädern. Offenbar gilt das Verbot nur auf diesem Mini-Areal – nicht aber für alle anderen Bikes auf dem Seitenstreifen.

Seit er 16 Jahre alt ist, ist Hoffmann ein begeisterter Motorradfahrer. Schon oft hat der 58-Jährige mit seiner Frau Ausflüge nach Landsberg unternommen. Was ihm dort vor wenigen Wochen widerfahren ist, habe er aber noch nirgendwo anders erlebt. „Ich hatte mein Motorrad, wie mehrere andere Motorradfahrer auch, am Hauptplatz abgestellt“, erzählt er. Die Stellfläche erschien ideal: Schon mehrere Motorräder standen dort in einer Reihe. Zwischen diesen und einem Pflanzkübel, der an die Straße grenzt, war noch Platz für ein weiteres Kraftrad. Als Hoffmann nach einiger Zeit wieder zurückkam, folgte aber die böse Überraschung. „Ich hatte als Einziger eine Verwarnung.“ An der Ecke eines Hauses steht zwar ein Halteverbotsschild. Doch das ist nach Hoffmanns Ansicht willkürlich angebracht oder wird von den Verkehrsüberwachern zumindest willkürlich ausgelegt. „Erstens sollte das Halteverbot für die Fahrbahn gedacht sein, weil dort die Straße schmäler wird“, sagt der Eichenauer. Zweitens stehe das Schild an dieser Stelle, weil es zwei Meter weiter direkt das Schaufenster eines Ladens verdecken würde. „Man könnte es also so auslegen, dass es schräg bis zum Blumenkübel gelten soll“, sagt Hoffmann.

Er hält es für lächerlich, dass alle anderen Motorradfahrer kein Knöllchen erhalten haben und nur ein Motorrad betroffen sein soll. „Ich hatte meine Maschine extra noch zur Seite geschoben, damit noch jemand Platz hat“, sagt er.

Eine Beschwerde bei der Landsberger Stadtverwaltung blieb jedoch erfolglos. Das Schild sei mit dem Zusatzzeichen versehen, das ein Halteverbot auch auf dem Seitenstreifen ausweist, heißt es aus dem Ordnungsamt. Somit gelte das Schild auch für den Bereich, auf dem das Motorrad stand. Warum ausgerechnet auf einem einen Meter breiten Streifen das Parken verboten ist, begründet die Stadt so: „Der Stadtrat wollte möglichst große Flächen des Hauptplatzes für Fußgängerverkehr zur Verfügung stellen.“ Der Verweis des Ordnungsamtes auf einen nur zwei Gehminuten entfernten Parkplatz speziell für Motorräder tröstet Hoffmann nicht. Für ihn sieht der Streifen am Hauptplatz wie ein idealer Stellplatz für ein Motorrad aus. Um das zu vermeiden, könne auch der Blumenkübel um diesen einen Meter verschoben werden. Weil so jedoch zum Parken verleitet würde, sieht er das Vorgehen der Stadt Landsberg als Abzocke an. Die 15 Euro hat Josef Hoffmann zähneknirschend bezahlt, rechtlich ist die Sache auch klar. „Für uns ist dieses Jahr das Thema Landsberg aber erledigt“, sagt der Eichenauer. Seine nächsten Ausflüge wird er in andere Städte unternehmen – und dort sein Geld lassen. „Mit einem solchen Schmarrn kann man auch Gäste vertreiben, aber offenbar hat es die Stadt Landsberg nicht nötig ihre Innenstadt zu beleben“, sagt er verärgert.

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