In Eichenau

Supermarkt statt Wohnungen

Die Chance, mittelfristig fünf Supermärkte zu haben, will sich Eichenau nicht vergeben. Deshalb hat der Gemeinderat nun ein Wohnbauprojekt gestoppt.

Eichenau– Lange Zeit ging in der Gemeinde die Sorge um, durch die Edeka-Übernahme des Tengelmanns und eine dadurch bedingte Schließung des Marktes könne für viele Bürger eine wichtige Einkaufsmöglichkeit in der Ortsmitte wegfallen. Nachdem aber der Edeka-Konzern erklärt hat, den Markt weiter betreiben zu wollen, ist dieser Standort zumindest für die nächsten fünf Jahre gesichert. Solange gilt die vom Konzern ausgesprochene Garantie. Weitere Einkaufsmöglichkeiten in der Starzelbachgemeinde sind Aldi und Netto und innerhalb der nächsten zwei Jahre der als Franchisebetrieb geplante Edeka an der Ecke Haupt-/Allinger Straße.

Dennoch will sich die Gemeinde im Bereich zwischen Nibler- und Wiesenstraße die Möglichkeit vorbehalten, einen weiteren Discounter oder Vollsortimenter ansiedeln zu können. Damit hätte Eichenau fünf Supermärkte.

Für dieses Gebiet, das rund 4000 Quadratmeter groß ist, hatte der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) bereits einen Bebauungsplan-Entwurf in nicht-öffentlicher Sitzung vorgestellt. Ein Einzelhandelsgutachten hatte zudem festgestellt, dass in Eichenau ausreichend Potential für mehrere Anbieter besteht.

Nun aber wurde genau in diesem Bereich ein Antrag auf Vorbescheid für ein Mehrfamilienhaus mit vier bis fünf Wohneinheiten gestellt. Um den möglichen Einzelhandelsstandort nicht zu gefährden, hat der Gemeinderat eine Veränderungssperre erlassen. „Wenn wir eine attraktive Ortsmitte wollen, ist das alternativlos“, sagte Martin Eberl (SPD). Dagegen fand Dirk Flechsig (CSU): „Wir kommen mit dem Holzhammer.“

Denn nun darf kein Grundeigentümer in den nächsten beiden Jahren eine Veränderung vornehmen, sprich etwas bauen. Die Gemeinde kann die Frist zudem zweimal um je ein Jahr verlängern. Dies schaffe Zeit, um Planungen zu entwickeln, hieß es in der Gemeinderatssitzung. Liane Dietz von der Bauverwaltung erklärte, das Areal sei ausdrücklich für einen Vollsortimenter oder Discounter vorgesehen.

Auch Gewerbereferent Peter Zeiler (CSU) würde dort lieber einen Supermarkt als Wohnungen sehen. Er will sich aber Optionen offen halten. „Ich kann mir dort auch mehrere kleinere Laden gebündelt vorstellen.“

Zeiler sieht das Gelände aber ebenso als Sicherheit. „Man weiß nie, was in fünf Jahren mit dem jetzigen Tengelmann passiert.“ Dessen Fläche sei für einen Vollsortimenter zu klein. Dann sei es gut, eine zusätzliche Möglichkeit zu haben. Ein Überangebot sieht Zeiler mit Verweis auf das Einzelhandelsgutachten nicht: „Eichenau hat viele Möglichkeiten. Und das ist gut so.“ (hk)

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