Lebensmittel im Ortszentrum: Das bietet der Tengelmann in der Eichenauer Hauptstraße. Fotos: mg

Wie geht es weiter?

Tengelmann: Eichenauer verunsichert

Eichenau – Anfang nächsten Jahres beginnt der Verkauf der Tengelmann-Filialen in und um München. Auch in Eichenau fragen sich die Kunden, wie es mit dem einzigen Supermarkt in der Ortsmitte weitergeht. Die Unsicherheit ist groß.

Es ist Samstag im Ort, die übliche Zeit zum Einkaufen. Doch der Betrieb beim Tengelmann in der Ortsmitte hält sich in Grenzen. Die Regale sind zwar gut gefüllt, doch die Unsicherheit beim Personal ist zu spüren. Es ist freundlich, aber das Lächeln wirkt sehr routiniert. Die Kunden haben die Schlagzeilen rund um die Zerschlagung der Supermarktgruppe durchaus im Hinterkopf, wenn sie einkaufen. „Wie geht’s hier weiter“, fragt eine Kundin eine Kassenkraft. Die blickt sich vorsichtig um, zuckt mit den Schultern und sagt nur schnell: „Alles so unsicher.“ Offizielle Auskunft bekommt man vom Marktleiter nicht, Anweisung von oben.

Der Ausverkauf der Tengelmann-Filialen soll noch heuer beginnen – zumindest in Nordrhein-Westfalen. In München und Umgebung wird man damit Anfang nächsten Jahres loslegen laut Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub. Dabei lag nach Angaben des Handelsblatts bei den Verhandlungen in der vergangenen Woche sogar ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch. Danach hätte Edeka den Zuschlag für die Tengelmann-Filialen in Bayern erhalten. Zwischen den Firmenchefs kam es aber zu keiner Einigung.

Dies hätte jedoch die Unsicherheit in Eichenau auch nicht gelöst. Viele, vor allem ältere Bürger, aus dem Norden der Gemeinde und der Ortsmitte gehen zum Tengelmann zum Einkaufen. Im Rahmen des Planungsverfahrens für den Edeka-Markt im Eichenauer Süden waren insbesonders von der Bürgerinitiative Bedenken geäußert worden, Edeka würde keinen zweiten Markt in der Starzelbachgemeinde ansiedeln. Dadurch würde in der Ortsmitte und im Norden eine lange bestehende Einkaufsmöglichkeit wegfallen. Die Gemeinderatsmehrheit von CSU, Freien Wählern, SPD und FDP hatte dagegen auf eine Marktanalyse verwiesen, nach der genügend Potential für mehrere Märkte vorhanden sei.

Das führt auch Gewerbereferent Peter Zeiler (CSU) an. Nach seinen Informationen gehöre der Tengelmann in Eichenau zu den Filialen, die gute Karten für eine Übernahme haben. Nach Zeilers Auffassung werde die Angelegenheit in Bayern noch vergleichsweise glimpflich ablaufen. So gesehen müsse man in Eichenau froh sein, dass das Bürgerbegehren gegen den Edeka-Markt gescheitert sei. „Dann würde die Situation hier wahrscheinlich dramatischer werden“, sagt Zeiler. Er räumt allerdings ein, dass die Gemeinde wenig Einfluss auf Konzernentscheidungen nehmen kann. „Wir können nur Wünsche äußern“, sagt der Eichenauer Gewerbereferent. (hk)

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