Nach Anwohnerkritik

Transgourmet-Lagerhalle: Gemeinde startet mit Kompromiss

Der Spagat, den Gastro-Großhändler Transgourmet nicht zu verärgern und die Bedenken von Anwohnern im Bereich der Tannenstraße zu respektieren, ist dem Gemeinderat von Eichenau erst einmal gelungen. 

Eichenau Bei vier Gegenstimmen brachte das Gremium das Änderungsverfahren für den Bebauungsplan auf den Weg. Transgourmet will auf dem von Aldi gekauften Gelände seine Lagerkapazitäten erweitern. „Es ist ein Entgegenkommen an das Unternehmen, dass wir in das Verfahren einsteigen“, betonte Liegenschaftsreferent Michael Wölfl (CSU).

In mehreren Wortmeldungen klang durch, dass man sich gegenüber Transgourmet in einem gewissen Rahmen verhandlungsbereit zeigen wolle. „Eine Baufeldüberschreitung wäre ok, eine Höhenveränderung nicht“, betonte etwa Andreas Zerbes (SPD). Er stellte auch noch einmal klar, dass das Unternehmen über die Gegebenheiten in Eichenau informiert gewesen sei.

Mehrere Fraktionen hatten sich auf Grund der seit rund einem Vierteljahr bekannten Bedenken im Vorfeld der Gemeinderatssitzung mit Anwohnern getroffen. „Ich kann die Befürchtungen nachvollziehen“, erklärte Gewerbereferent Peter Zeiler (CSU) mit Hinweis auf die vorgesehenen Ausmaße des Baus. Denn bislang stehen Gebäudeentwürfe mit rund 140 Metern Länge, 49 Metern Breite und zwölf Metern Höhe im Raum. Zeiler unterstützte die SPD dabei, Stärke und Kompromissbereitschaft zu zeigen.

Bernd Heilmeier (FW) fügte hinzu: „Es muss uns nicht interessieren, was Transgourmet als die günstigere Variante ansieht.“ Vonseiten der Grünen betonten Rike Schiele und Thomas Barenthin die Bedeutung des Lärmschutzes bei der Anlieferung. Dies sehen die Anwohner ebenfalls als problematisch an. „Ich erwarte in dieser Beziehung von Transgourmet schon eine Entschleunigung“, ließ Bürgermeister Peter Münster (FDP) verlauten.

Für Sebastian Niedermeier war es wichtig, „dass das Verfahren nun grundsätzlich auf den Weg gebracht wird“. In dessen Verlauf würden sich dann Vertreter öffentlicher Belange wie das Landratsamt Fürstenfeldbruck und das Wasserwirtschaftsamt mit Sicherheit detailliert zu Wort melden. Dann würde sich auch klären, wie weit man aufeinander zugehen könne.

Zu der Sitzung waren auch zahlreiche Anwohner erschienen, die aufmerksam zuhörten. Sie nahmen zufrieden zur Kenntnis, dass sie ihre Bedenken im Laufe des Verfahrens mindestens zweimal anbringen können.

Bürgermeister Münster versicherte ihnen darüber hinaus: „Die Gemeinde wird stets Herr des Verfahrens sein. Zu gegebener Zeit und bei Notwendigkeit werden wir den Studien von Transgourmet eigene Unterlagen hinzufügen.“ Der Prozess ist angelaufen. Im Spätherbst wird mit einem ersten konkreten Entwurf gerechnet. Hans Kürzl

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