Bürgermeister verhandelt mit Konzern

Treppe zum Bahnsteig rückt näher

Ein weiterer Bahnsteigzugang in Eichenau soll auch zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder schaffen. Doch gibt es noch etliche Hürden – teils kurioser Art.

Eichenau– Zumindest kann Bürgermeister Peter Münster (FDP) nun mit der Bahn über den Gestattungsvertrag verhandeln, der den Bau des Zugangs plus die 45 neuen Abstellmöglichkeiten am Ostpreußenweg erlaubt. Doch eine schnelle Umsetzung noch in diesem Jahr wollte Münster nicht versprechen. „Ich kann nur hoffen, dass es schnell geht“, sagte der Bürgermeister im Gemeinderat. Die Verwaltung deutete an, dass sich eine Fertigstellung eventuell auf 2018 verschieben könne.

Grund für Münsters Skepsis sind nicht nur die erfahrungsgemäß schwierigen Verhandlungen mit der Bahn, sondern auch die Tatsache, dass die Bahn die Gemeindearbeiter einweisen muss. Darüber hinaus ist eine Kampfmittelbescheinigung notwendig. Es müsse nachgewiesen werden, dass auf dem Areal keine Rückstände aus dem Zweiten Weltkrieg vorhanden sind.

Gefährliche Abkürzung über die Gleise verhindern

An dem für den Zugang vorgesehenen Gelände führen unmittelbar die Gleise vorbei, auf denen S-Bahn und Regionalzüge verkehren. Verkehrsreferent und Bahnexperte Andreas Knipping (SPD) reagierte verwundert: „Es ist immer wieder amüsant, welche bahnamtlichen Vorgaben es gibt und wie lange sie dauern können.“ Gleichzeitig schlug er vor, neben der am neuen Zugang vorgesehenen Treppe einen Zaun zu bauen. Er verwies auf die Gefahr, dass die Anzahl der Personen wieder steigen könne, die die Bahngleise direkt überqueren. Diesen „gefährlichen Tourismus“ müsse man zumindest erschweren.

Mit Bernd Heilmann (FW) war sich Knipping einig, dass die Zahl der Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu niedrig angesetzt sei. Allerdings wurde seitens der Verwaltung auf die Kosten hingewiesen. Die Kosten der Radlständer werden auf rund 50 000 Euro geschätzt. Diese werden aber zu etwa zwei Drittel durch Fördergelder abgedeckt. Für die Treppe werden etwa 20 000 Euro veranschlagt.

Einem barrierefreien Zugang, wie erneut von Rike Schiele (Grüne) gefordert, wurde dagegen vehement eine Absage erteilt. Der Bahnhof sei bereits barrierefrei erreichbar, so Andreas Zerbes (SPD). Der barrierefreie Ausbau müsse zudem wieder rückgeführt werden, wenn die S-Bahn ausgebaut würde.

Schiele konterte, der Ausbau würde noch eine geraume Weile auf sich warten lassen. SPD-Fraktionschef Martin Eberl (SPD) sprach in diesem Zusammenhang, direkt an Schiele gewandt, von Populismus. Knipping verwies darauf, dass ein barrierefreier Zugang möglicherweise weitere Baumaßnahmen und zusätzliche Kosten nach sich ziehe: „Man muss dann eine Versiegelung in Betracht ziehen, und das wollen die Grünen ja auch nicht.“ Totale Barrierefreiheit gebe es nie.

von Hans Kürzl 

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