Hier kommt gerade keiner rein: Seit Monaten wartet man auf die Reparatur der defekten Türen in der Wartehalle am Eichenauer Bahnhof.
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Hier kommt gerade keiner rein: Seit Monaten wartet man auf die Reparatur der defekten Türen in der Wartehalle am Eichenauer Bahnhof.

Bei Schnee und Regen gibt es keine Unterstellmöglichkeit

Pendler bibbern: Wartehalle seit Monaten zu

  • vonHans Kürzl
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Der erneute Wintereinbruch macht Eichenauer Pendlern besonders zu schaffen: Seit Monaten ist die Wartehalle verschlossen, weil die Türen defekt sind. Es kursieren auch Gerüchte, dass es einen anderen Grund gibt.

Eichenau – Sich bei Regen unterzustellen oder sich bei kälteren Temperaturen beim Warten auf Bus oder S-Bahn kurz mal aufwärmen – in Eichenau ist das derzeit nicht möglich. Dort stehen die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel bereits seit einigen Monate vor verschlossenen Türen, wenn sie in die Wartehalle am Bahnhof wollen. Ein schmuckloser Hinweiszettel am Eingang erklärt lediglich, dass die Türen defekt sind. Nicht zum ersten Mal, wie Pendler wissen.

Das Gebäude, in dem der Warteraum sowie die anliegende Bäckerei untergebracht sind, liegt im Verantwortungsbereich der Gemeinde. So bestätigt Bürgermeister Peter Münster (FDP) auf Nachfrage des Tagblatts den aktuellen Schadensfall, und dass dies so oder in ähnlicher Form nicht zum ersten Mal aufgetreten sei. Ebenso seien die Toilettentüren immer wieder von Vandalismus betroffen.

Er bedauert, dass die Wartehalle derzeit nicht zugänglich ist. „Eine Reparatur ist bereits in Auftrag gegeben“, betont der Bürgermeister. Allerdings dauere es jetzt schon sehr lange, bis die Türen endlich von Handwerkern repariert werden können. „Das können wir kaum beeinflussen“, so Münster. Das sei aber der Grund für die Schließung der Wartehalle – nicht etwa, dass man damit Obdachlose fernhalten wolle.

Genau diese Gerüchte kursieren aber unter Pendlern. Anscheinend haben sich zuvor einige Passanten beschwert, dass sie in den Räumlichkeiten von Wohnungslosen belästigt wurden.

Andreas Ruch, der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Germering, bestätigt entsprechende Einsätze, „die aber etwas zurückliegen“. So habe eine Frau aus der Obdachlosenszene einmal ihre Notdurft in der Wartehalle verrichtet.

Ähnliches berichtet Bürgermeister Münster. Obdachlose hätten in der Halle immer wieder genächtigt. Man habe vonseiten der Gemeinde mehrmals das Gespräch mit der Frau gesucht und ihr eine Unterkunft angeboten. „Das ist aber abgelehnt worden“, erklärt Münster.

Solchen Vorgängen und dem Vandalismus sieht sich Bürgermeister Münster jedoch ein wenig machtlos gegenüber. Man könnte schon Überwachungskameras auf dem Areal installieren, es gibt derartige Überlegungen in der Gemeinde. Allerdings müsse man die datenschutzrechtlichen Belange ins Verhältnis zu so einer Maßnahme setzen.

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