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Wohnungen als Anreiz für Pfleger

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Zumindest die Höhe des Eingangsbereiches im Pflegezentrum werden auch die Neubauten erreichen, in denen Personalwohnungen eingerichtet werden.
Zumindest die Höhe des Eingangsbereiches im Pflegezentrum werden auch die Neubauten erreichen, in denen Personalwohnungen eingerichtet werden. © Hans Kürzl

Die Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie führt dazu, dass viele Pfleger gehen. Auch das Pflegezentrum in Eichenau hat das Problem. Umso wichtiger wäre es deshalb nun, Bewerbern etwa Wohnungen anbieten zu können. Ein Neubauprojekt macht Hoffnung, aber nur in abgespeckter Form.

Eichenau – Dass neuer Wohnraum geschaffen werden muss, ist klar. Deshalb soll auch am Bahnhof gebaut werden. Ein Riesen-Bauprojekt, an dem unter anderem das evangelische Pflegezentrum beteiligt ist, das nahe den Gleisen ansässig ist. Es braucht für sein Personal dringend eine Perspektive für die Zukunft.

Zwölf Pfleger schon weg wegen Impfung

„Den Kampf um Fachkräfte müssen wir auch über Wohnraum führen“, mahnte Dirk Spohd in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Spohd war bis 2019 Heimleiter der Einrichtung und im Vorfeld der Einweihung 2006 am Aufbau beteiligt. Seit 2020 ist er Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH „Hilfe im Alter“ der Inneren Mission.

Seine Schilderungen sind alarmierend. Zwölf Mitarbeiter hätte man in Eichenau wegen der berufsbedingten Impfpflicht verloren. Unmittelbaren Ersatz über den Arbeitsmarkt zu holen, sei aussichtslos. „Das geht nur noch darüber, dass wir selber ausbilden.“

Daneben suche man Bewerber im Ausland. Marokko und Bosnien nannte Spohd als Beispiele, wo man Fachkräfte zu werben versuche. „Die brauchen Wohnraum, sonst bekommen wir sie nicht.“ Da sei jede Wohnung mehr – zumal nahe des Arbeitsplatzes – wertvoll. Genauso wie die ambulante Tages- und Kurzpflege, die in einem Bereich des Neubaus im Erdgeschoss unterkommen soll.

Wie der Eichenauer Gemeinderat festgelegt hat, wird das Pflegezentrum nun 22 Wohnungen bekommen, die im Schnitt 46 Quadratmeter groß sind. Das sind 18 weniger, als es den Vorstellungen des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum (PV) und dessen Vertreterin Kathrin Geßl entsprochen hätte.

Allerdings muss auch die Gemeinde abspecken, da niedriger gebaut wird. Von den ursprünglich zehn Wohnungen blieben sechs.

Planerin Geßl hatte einen Entwurf vorgelegt, der westlich des jetzigen Baus an der Bahnlinie fünf und im weiteren Verlauf vier Geschosse vorgesehen hätte. Das wurde jedoch bei Stimmengleichheit abgelehnt. Die Planung des Pflegezentrums wird an die auf dem Park-and-Ride-Platz, der überbaut werden soll, angepasst: vier- und dreigeschossig (wie berichtet). Das war auch ein Resultat von Anwohnerprotesten. Dabei wird eine Fläche genutzt, die derzeit als Ausgleichsfläche dient. Dagegen hatten vor allem die Grünen Widerstand geleistet.

Mehr Parkplätze für Pflegezentrum

Knackpunkt sind außerdem die Parkplätze. Nach Ansicht von SPD-Gemeinderatsmitglied Martin Eberl gibt es nämlich zu wenige. Er schlug vor, unter anderem dem Pflegezentrum Parkplätze des angedachten Parkdecks im Norden des Bahnhofs zuzuordnen. In der aktuellen Sitzung erreichte Eberl aber erst nach mehrfachem Nachfragen eine Abstimmung. Dafür konnte er seinen Standpunkt dann aber durchsetzen.

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