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Facebook, Tagblatt und ein aufgeweckter Bub machen es möglich

Das Smartphone-Wunder von Eichenau

Eichenau – Für Kilian Stotz wurde  ein Weihnachtswunder wahr. Er verlor sein geliebtes Smartphone. Wiederbekommen hat er es Dank der Facebook-Seite des Brucker Tagblatts – und  eines aufgeweckten Buben.

Der 23-Jährige besucht am Heiligen Abend nach der Christmette noch ein Fest. Der Glühwein fließt reichlich, er macht sich zu Fuß auf den Heimweg. Als er am 1. Weihnachtsfeiertag aufwacht, will er sein Smartphone kontrollieren. „Ich habe in meinem Mantel nachgeschaut“, erzählt Kilian Stotz. Doch Fehlanzeige, da ist das Gerät nicht.

Auf dem Phone ist ein ganzes Leben gespeichert

Der Puchheimer ist geschockt. Nicht nur, dass das iPhone 6 knapp 700 Euro Wert ist – viel Geld für den Studenten. „Darauf ist mein ganzes Leben gespeichert.“ Kilian Stotz kämpft seine Panik nieder, zieht den Mantel an und zieht los. Vier Stunden lang sucht er den Heimweg von Eichenau nach Puchheim ab, klingelt an 150 Wohnungstüren, geht zur Polizei. Nichts.

Tagblatt und fb als letzte Hoffnung

Jetzt fällt ihm nur noch ein Ausweg ein: Eine Suchmeldung auf der Seite des Tagblatts im Sozialen Netzwerk Facebook (fb). Die Redaktion veröffentlicht sie. Viele fb-Fans der Heimatzeitung teilen die Zeilen im Internet weiter, weil sie helfen wollen. Nun kann Kilian Stotz nur noch warten.

Philipp tritt in Aktion

In der Zwischenzeit macht sich Philipp Horlbeck in Eichenau mit Oma und Opa auf zu einem Weihnachtsspaziergang. Seine schwangere Mama Tanja und Papa Marcel sollen so ein bisschen Zeit für sich selbst und Ruhe haben. Während die Großeltern die Schlagzeilen an den Zeitungskästen in der Hauptstraße studieren, langweilt sich der Vierjährige etwas. Er schaut herum, und sieht etwas im Gebüsch blitzen: ein iPhone 6. Das erkennt Philipp sofort. Der Bub nimmt es mit und bringt es den Eltern.

Mama Tanja weiß Bescheid

Für Mutter Tanja ist klar, wessen Smartphone das ist. „Das war echt ein Zufall“, sagt die 29-jährige. „Ich hatte eine Viertelstunde zuvor die Meldung des Tagblatts im Internet gelesen.“ Die Horlbecks informieren die Redaktion, die gibt Kilian Stotz Bescheid. „Das kann man sich gar nicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe“, sagt der Student lachend. Noch am selben Abend klingelt er bei den Horlbecks.

Bei der Rückgabe kochen die Gefühle hoch

Er kann nicht an sich halten und umarmt Philipp einfach. „Das war ohne Worte.“ Für den kleinen Findefuchs gibt’s etwas Süßes und etwas für die Sparbüchse. Für Kilian Stotz ist der wie durch ein Wunder wiedergefundene Schatz schöner als alles, was Tags zuvor unterm Christbaum lag. Vor allem, weil die Ehrlichkeit der Horlbecks nicht selbstverständlich ist, wie Stotz weiß.

Gab es auch einen unehrlichen Finder?

Eine Standortsuche hatte den iPhone-Besitzer zu Beginn seiner Odyssee in ein Waldstück geführt. „Dort war ich aber nie.“ Und das Gerät auch nicht. Seine Erklärung: Ein unehrlicher Finder habe das Smartphone vor Philipp entdeckt. Weil er dank eingespeichertem Passwort-Schutz nichts damit anfangen konnte, entsorgte er es in dem Busch, in dem der Bub es fand. Elena Wlacil

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