Bürgermeister-Wahl

Eichenauer Gewerbe: Ideen der Kandidaten

Eichenau – Was wird ohne Aldi? Was geht im Norden? Der Eichenauer Gewerbeverband hatte bei seiner Podiumsdiskussion viele Fragen an die vier Bürgermeisterkandidaten.

Dreimal im Jahr kommt der Gewerbeverband zum Austausch mit Bürgermeister, Verwaltung und Referenten zusammen. Ergebnisse aus diesen Treffen legte der Gewerbeverbandschef Markus Wendling nun den vier Bürgermeisterkandidaten vor. Wendling klagte über zu viel Bürokratie und zu wenig Tempo. Erst vor kurzem sei ihm von der Verwaltung erklärt worden, sie habe viel zu tun. Noch deutlicher wurde Unternehmer Alexander Handelshauser: „Dann kauft wenigstens nicht bei Amazon, sondern bei den Geschäften am Ort.“ Vor kurzem seien Kleinteile für das Feuerwehrhaus über den Online-Händler bestellt worden, berichtete er.

„Die Firmen hier müssen von Aufträgen erfahren“, forderten die Kandidaten Martin Eberl (SPD) und Dirk Flechsig (CSU) gleichlautend. Claus Guttenthaler (FW) mahnte eine bessere Einkaufsmentalität vor Ort an, und Peter Münster (FDP) berichtete, die Sache sei bereits im Rechnungsprüfungsausschuss behandelt worden. Übereinstimmend kündigten die vier Kandidaten an, dass sie ihren Einfluss als Leiter der Verwaltung zu Verbesserungen nutzen wollen.

Die Hände gebunden sind der Gemeinde bei der Entwicklung des Aldi-Geländes. Von den vier Kandidaten kamen nur Visionen, auch weil der Vermieter noch auf die Einhaltung des Vertrages pochen könne. Einen Handwerkerhof konnte sich Eberl zumindest vorstellen. Flechsig wies auf die Möglichkeit hin, auf dem Gelände örtliche Firmen anzusiedeln, die sich vergrößern möchten. Das Gewerbegebiet Süd verfügt über 42 000, das Aldi-Areal weist 80 000 Quadratmeter auf.

Vorwärts gehen soll es ebenfalls mit dem Gewerbegebiet Nord. Hier befürwortete Münster Gespräche mit Olching, um für Firmen Raum schaffen zu können. Alles müsse jedoch durch ein schlüssiges Konzept abgedeckt sein, so Guttenthaler. Nur ein externer Wirtschaftsberater könne kompetent zukunftssichere Wege aufzeigen. Einig waren sich die Kandidaten darin, dass eine solche Fachkraft in Festanstellung für die Gemeinde zu teuer kommen würde.

In Zusammenhang mit der Entwicklung des Aldi-Geländes wollte die frühere Gemeinderätin Luitgard Handelshauser auch die verkehrliche Anbindung gelöst wissen: „Die ist seit 30 Jahren ein Ärgernis.“ Münster sprach sich für einen Durchschuss von der B 2 Richtung Puchheim aus. Guttenthaler wies auf den Schutz des Überschwemmungsgebietes, Flechsig auf den Beschluss im Gemeinderat hin. Eberl will Belastungen für die Roggensteiner Allee vermeiden. Weitgehend einig waren sich die Kandidaten, dass eine attraktivere Gestaltung der Ortseinfahrten und mehr Aufenthaltsqualität im Zentrum Anziehungskraft schaffen können. Sie erwarten aber von den Gewerbetreibenden mehr Neugierde, Kreativität, Mut zum Risiko und ein moderneres Auftreten.

Trotz vieler Zuhörer hätte sich Moderator Michael Hagemann, Ehrenvorsitzender des Gewerbeverbandes, eine regere Beteiligung der Unternehmer gewünscht. Immer wieder sagte er: „Nutzen Sie die Gelegenheit.“

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