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Daumen hoch: Die jungen Eichenauer Filmproduzenten Martin Schwimmer (l.) und Dominik Utz glauben an ihren Erfolg mit dem Schwaben-Krimi „Trash Detective“.

Domar-Film hofft auf Durchbruch

Zwei Eichenauer wollen das Kino rocken

Eichenau -  Ein Hauch von Holywood am Starzelbach: Zwei Eichenauer haben die schwäbische Krimikomödie "Trash Detective" produziert - und die wurde bereits für den Deutschen Fernsehkrimi-Preis nominiert.

Fast in Sicht- und Rufweite des Rathauses ist die Domar-Film GmbH zuhause. Gegründet haben die Produktionsfirma 2012 Dominik Utz und Martin Schwimmer, die im Rahmen ihres Studiums an der Filmakademie Baden-Württemberg verschiedene gemeinsame Projekte verwirklichten. Für die beiden ist der Film „Trash Detective“ Anfänger- und Meisterstück zugleich.

Zwar haben sie bereits etliche, auch preisgekrönte Image- und Werbefilme produziert (unter anderem für den Tourismusverband Baden-Württemberg, die Deutsche Unesco-Kommission und eine Unfallversicherung), doch auf die große Kinoleinwand schaffen sie es erst jetzt.

„Die Werbefilme brachten das Taschengeld zum Leben in die Kasse“, sagen Schwimmer und Utz. Jetzt hoffen sie auf den Durchbruch mit einem Spielfilm. „Trash Detective“ ist ihr Erstlingswerk im Filmbusiness und das Abschlussprojekt fürs Diplom an der Filmakademie Baden-Württemberg. Die gilt in der Branche durchaus als „Dosenöffner“.

Eine Szene wurde am Germeringer See gedreht

 „Es ist gut, die Ausbildung dort im Rücken zu haben“, sagt Utz, der in Augsburg geboren ist und zunächst Architektur studierte. Über Filmpraktika gelangte der 33-Jährige in den kleinen Kreis derer, die die Aufnahme an der Akademie schafften. Dort lernte er den zwei Jahre jüngeren Schwimmer kennen, der schon mal in einen regionalen Fernsehsender in Freising hineingeschnuppert hatte.

Nun also fiebern die beiden Eichenauer dem Filmstart im Februar entgegen. Mehr mit „Lampenfieber als mit Bammel“ beschreibt Schwimmer die Stimmungslage. „Es wird schön sein, einzutauchen in diese Stimmung, wenn der Kinosaal voll ist und die Menschen an der richtigen Stelle lachen“, fügt Utz hinzu. Das könne aber nur gelingen, wenn man beim Filmemachen nah am Menschen bleibe, erklärt Utz. „Die Ehrlichkeit muss spürbar sein. Die Drehorte müssen sich an der Wirklichkeit messen lassen können.“ Eine Szene des Erstlingswerks wurde übrigens am Germeringer See gedreht.

Die beiden legen auch viel Wert auf ein gutes Arbeitsklima am Set. So gewinne man auch mit einem überschaubaren Budget durchaus besondere Schauspieler, die aus ihrem gewohnten Rollenbild ausbrechen wollen. Für die Hauptrolle konnten sie Rudolf Waldemar Brem verpflichten, der am Anfang seiner Karriere viel mit Kult-Regisseur Rainer Werner Fassbinder zusammenarbeitete und in verschiedensten Fernsehfilmen und -serien aufgetreten ist.

Die Gefahr des Scheiterns im Haifischbecken Filmbranche ist dem Duo durchaus bewusst. Schwimmer ist da Realist, auch was den eigenen Film betrifft: „Wir sind in einer Branche, in der mehr gedreht wird, als gezeigt werden kann.“ Mit einem Film wie „Trash Detective“, der über weite Strecken im Dialekt gehalten ist, könne man sich aber schon von der Masse abheben. „Dialekt ist sicher kein Alleinstellungsmerkmal. Aber für Qualität gibt es immer eine Nische“, meint Utz selbstbewusst. Zurecht: Immerhin wurde „Trash Detective“ als einer von zehn Filmen für den Deutschen Fernsehkrimi-Preis nominiert.

Dass sie im beschaulichen Vorort Eichenau und nicht in der Medien- und Filmstadt München wohnen und arbeiten, halten sie für keinen Nachteil. Der Standort Eichenau soll als Sprungbrett dienen. In drei bis fünf Jahren, bei entsprechendem Erfolg, sei es vorstellbar, das Büro, das jetzt eher noch einem Wohnzimmer mit PC und Leinwand gleicht, auszubauen.

„Es gibt Standorte in Eichenau, die dafür gut geeignet sind“, sagt Utz. Zu ein paar Gemeinderäten und dem Gewerbeverband hat er schon Kontakte geknüpft. Auch Personal, so scheint es, lässt sich in Eichenau gut gewinnen. Raphael Knipping, Sohn von Gemeinderatsmitglied Andreas Knipping, hat bei der Domar-Film schon ein Praktikum absolviert. „Ihm und uns hat’s Spaß gemacht“, erinnert sich Utz. Jetzt hofft dass Produzenten-Duo, dass auch ihre „schmutzige Krimikomödie“, den Kinobesuchern viel Spaß machen wird. 

"Trash Detective"

„Des Beschde seit Fargo“ wird Protagonist Uwe auf einem Filmplakat der schwäbischen Kriminalkomödie zitiert. Tatsächlich war der amerikanische Kult-Thriller von 1987 mit seinem schwarzen Humor ein Vorbild für den von Martin Schwimmer und Dominik Utz produzierten Schwaben-Krimi, der vor allem eines sein will: schmutzig.

Und darum geht es in Trash Detective: Uwe ist in dem schwäbischen Dorf Matringen bekannt wie ein bunter Hund. Uwe ist Schrottbastler, Trinker und vor allem ein Außenseiter, dem man nicht traut. Als er den Mord an einer örtlichen Schönheitskönigin beobachtet, glaubt ihm das keiner. So ermittelt Uwe aus eigenen Stücken und kommt auf Wahrheiten, die die dörfliche Idylle nicht vermuten lässt.

Filmstart ist am Donnerstag, 18. Februar. In München wird „Trash Detective“ in den Museum-Lichtspielen in der Lilienstraße (Nähe Wiener Platz) gezeigt.

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