Die Budriohalle wird vor allem vom ESV genutzt. Der Verein wettert gegen den neu angeordneten Schließdienst.

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Wer sperrt jetzt Hallen und Schulen zu?

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Auch wenn derzeit Schul- und Sportbetrieb in Eichenau ruhen – öffentliche Gebäude müssen trotzdem überwacht werden. Es ist unklar, wer das übernehmen soll.

Viele Eichenauer Vereine sind verärgert darüber, dass die Gemeinde ihnen Hausmeisterdienste aufzwingen will. Davon kann laut Bürgermeister Peter Münster keine Rede sein.„Wenn ich Räume anmiete oder sogar kostenlos zur Nutzung überlassen bekomme, dann halte ich es für selbstverständlich, dass ich diese bei Betreten öffne und bei Verlassen wieder verschließe.“ Münster weist den Vorwurf entschieden zurück, die Gemeinde habe befehlstonartig die Vereine angewiesen, Hausmeisterdienste in den von ihnen genutzten Hallen zu leisten.

Andreas Zerbes (SPD), Gemeinderat und Mitglied der Handball-Abteilung des Eichenauer SV (ESV), hatte Münster vorgeworfen, dass die Tonart der Gemeinde doch sehr rau gewesen sei. Ende Januar hatte er im Gemeinderat auch erklärt: „Man muss mit Kommunikation beginnen und nicht mit Bescheiden.“ Ähnlich hatte sich Sportreferent Elmar Ströhmer (FW) geäußert, der Vorsitzender des ESV als einem der Hauptnutzer der Hallen ist.

Derzeit sind sechs Mitarbeiter des so genannten Hausmeisterpools für den Schließdienst in den verschiedenen Hallen zuständig. Diese sind der Kostenstelle des gemeindlichen Bauhofes zugeordnet, wie Münster erklärte.

Der Schließdienst beginnt nach Auskunft des Bürgermeisters in aller Regel um 22 Uhr und endet mit der Kontrolle des letzten Gebäudes, oft an Wochenenden. Informierte Kreise berichten aber, dass die Hausmeister zum Schließdienst eigens aus ihren Wohnorten wieder anreisen müssen – zum Teil aus dem westlichen Landkreis. Dem entgegnet Bürgermeister Münster, dass dieser Dienst durchorganisiert ist und jede Woche wechselt.

Sicherheitsbedenken, die Hausmeister seien bei ihren allein durchgeführten Rundgängen auf sich gestellt, versucht Münster zu zerstreuen. Er räumt aber ein, den tatsächlichen Schulungsumfanges eines professionellen Sicherheitsdienstes für Gefahrenmomente oder Deeskalation nicht zu kennen. So bleibt die Angst. Keiner sei vom derzeitigen Personal geschult, wie er sich bei der Begegnung mit einem Unbekannten verhalten solle, so ein Insider. Schlimmstenfalls liege dann mal einer hilflos in einem Keller.

Doch die Hausmeister speziell des Pools sieht der Eichenauer Bürgermeister gut abgesichert: „Zur Vorbereitung auf entsprechende Gefahrensituationen hat die Gemeinde besondere Dienstmobiltelefone mit Notfallvorrichtungen ausgegeben. Auf Grund von Empfehlungen der für die Gemeinde tätigen Arbeitssicherheitsbeauftragten werden für die Mitarbeiter des Hausmeisterpools weitergehende Deeskalations-Schulungen angeboten“, erklärt Münster.

Inzwischen hat auch das von Tröhmer geforderte Gespräch mit dem Bürgermeister stattgefunden. Allzu konkret wird er jedoch nicht: „Ich gehe davon aus, dass wir für die aufgeworfenen Fragen angemessene pragmatische Lösungen finden.“

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