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Das sagen die Brucker über die Briten

Eigentor und mehr Bier: Stimmen zum Brexit

Fürstenfeldbruck -  Die die meisten Menschen war auch Prinz Luitpold von Bayern überrascht über den Ausgang des Referendums in England. Doch Angst macht der Brexit dem Repräsentanten der Brucker Schloßbrauerei Kaltenberg nicht

Seit 1979 pflegt das Unternehmen intensive Geschäftsbeziehungen nach Großbritannien. Die Prinzregent-Biere werden dort auf Franchise-Basis produziert. Jedes Jahr besuchen Experten von Kaltenberg die Insel. Die Lizenzabkommen betrifft der Brexit nicht direkt. Der Bierprinz geht davon aus, dass England wirtschaftlich schweren Zeiten entgegen geht. Für den Absatz der Kaltenberger könnte das aber eher positiv sein. Prinz Luitpold: „Auf Krisen reagieren die Briten erfahrungsgemäß mit erhöhtem Bierkonsum.“ Auch bei den Brucker Banken schaut man derzeit sehr aufmerksam auf England.

Direkte Auswirkungen befürchten aber weder Sparkasse noch VR-Bank. „Wir haben eine neue Situation, die wir neu bewerten müssen“, sagt Sparkassenvorstand Peter Harwalik. Wirtschaftlich halte die Sparkasse den Austritt Großbritanniens aus der EU für verkraftbar.

Der Anteil des Vereinigten Königreiches am EU-Außenhandel liege bei nur rund acht Prozent. Auch bei der VR-Bank bleibt man ruhig. „Als kleines Geldinstitut sind wir im Augenblick davon weniger betroffen“, sagt Vorstandsmitglied Rainer Kerth. Wertpapierhandel sei ebenso wenig das Hauptgeschäftsfeld der VR-Bank wie die Betreuung großer, im internationalen Import und Export, tätiger Firmen. Michael N. Rosenheimer, als Chef des Mammendorfer Instituts für Physik und Medizin in Mammendorf ein Globalplayer, bedauert die Entscheidung der Briten. Er sorgt sich nicht um seine Geschäfte, aber darum, dass andere Länder dem Beispiel folgen könnten. „Als Europäer tut mir das wahnsinnig leid. Es ist ein klassisches Eigentor.“

 Da stimmen ihm viele zu, die im Landkreis leben, aber britische Wurzeln haben. „Entsetzt, enttäuscht, wütend und traurig“ ist Rosemary Rath  (64) aus Egenhofen nach dem Brexit. Ihr Vater arbeitete bei der britischen Besatzungsmacht. „Ich bin fest überzeugt, dass diejenigen, die für den Austritt votiert haben, sich der Konsequenzen nicht bewusst waren.“ Viele seien von EU-Gegner aufgehetzt worden, und hätten nicht vernunftgesteuert entschieden.“ Der in Germering lebenden Musiker Eric Stevens  hat Großbritannien vor 45 Jahren verlassen. Er wird trotz Brexit seinen britischen Pass behalten, sagt der in Cornwall geborene Stevens, der als Bassist im Orchester von Hugo Strasser spielte und mit Udo Jürgens und Roberto Blanko auf der Bühne stand. „Es wird Jahre dauern, bis der Austritt passiert ist.“ Eine kleine Unsicherheit beschäftigt Eric Stevens aber doch: „Ich bin immer noch Mitglied im British Health Service (Britisches Gesundheitswesen), das über die deutsche Krankenkasse meine medizinische Versorgung übernimmt. Ob der Brexit hier Auswirkungen hat, weiß ich nicht

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