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Schüler im Labor des Graf-Rasso-Gymnasiums.

Graf-Rasso-Gymnasium

Ein Profi-Labor im Schulkeller

Wenn die Brucker Polizisten künftig an einem Tatort Spuren gesichert haben, könnten sie sich zur Auswertung an das Graf-Rasso-Gymnasium wenden. Die Schule hat seit neuestem ein Labor, das sogar für die Täter-Überführung per DNA-test ausgerüstet ist.

Fürstenfeldbruck – Biologie- und Chemielehrerin Nina Ostermeier hat das Projekt initiiert. Sie hat Fortbildungsseminare besucht und eine Liste mit Geräten zusammenstellen, welche sinnvoll an einer Schule eingesetzt werden können. Finanziert werden konnte das ganze Dank einer Spende der Sparkasse.

Das Schülerlabor, das professionellen Anforderungen genügt, ist in einem kleinen Raum untergebracht. Natürlich kann da nicht jeder einfach reinspazieren und herumprobieren – sie brauchen zunächst eine Einführung. Dann aber heißt es Feuer frei. „Generell können Schüler selbst experimentieren“, erklärt Nina Ostermeier. Nur gefährliche Substanzen müssten die Gymnasiasten erst bei den Lehrern abholen. „Die Lehrer begleitet danach in der Regel den Schüler noch beim Experiment.“

Sie hatte die Idee: Bio- und Chemielehrerin Nnina Ostermeier.

Zu der Ausstattung gehören unter anderem eine Ultrazentrifuge, Mikroliterpipetten und eine DNA-Elektrophorese. Mit letzterer trennt man DNA auf und erzeugt somit künstlich Bruchstücke. Die Vergleiche dieser unterschiedlichen Proben ermöglichen dann sogar Vaterschaftstests oder die Überführung von Tätern: „Wir führen natürlich keine Versuche mit menschlicher DNA durch“, versichert Ostermeier.

Dass die Schule zudem mit kleinsten Mengen der Substanzen hantiert, unterstreicht vor allem die Anschaffung von Mikroliterpipetten und einer Ultrazentrifuge. Die Ultrazentrifuge dreht sich mit bis zu 14 500 Umdrehungen pro Minute. „Eine so hohe Umdrehungsrate ist notwendig, da wir mit so kleinen Massen experimentieren, dass eine normale Zentrifuge nicht das gewünschte Ergebnis einer Trennung erzielen würde“, erklärt Nina Ostermeier. Mit Mikroliterpipetten können Stoffe bis auf einen tausendstel Milliliter genau dosiert werden.

Langfristig soll das Labor sich die Schüler motivieren, sich den entsprechenden Unterrichtsstoffen zu widmen. Nicht zuletzt lerne man besonders durch Eigenversuche und nicht nur durch das bloße Zusehen, betont Ostermeier. Ab dem nächstem Schuljahr, so der ehrgeizige Plan, soll es angehenden Abiturienten möglich sein, W-Seminararbeiten unter Einbeziehung der Laborgeräte anzufertigen. Dadurch würden die Arbeiten qualitativ hochwertiger, die Anforderungen an die Schüler aber auch höher.

Dass die Gymnasiasten damit wohl keine Probleme haben und außerordentlich ambitioniert sind, zeigt folgendes Beispiel aus einem anderen Fachbereich: Das Graf-Rasso-Gymnasium hat eine hauseigene Formel 1 Team AG. In dieser bauen Schüler Modell-Autos und testen in der Schule mit Hilfe eines Windkanals, ab wann ein Auto aerodynamisch ist.

Von Michael Darchinger

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