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Kloster-Kirchturm wird saniert

Eine 75 Meter hohe Baustelle

Jetzt auch noch der Turm: Im Zuge der Sanierung der Klosterkirche von St. Ottilien sind weitere Schäden zutage getreten. Sie betreffen den 75 Meter hohen Kirchturm und machen einen zusätzlichen Bauabschnitt erforderlich.

St. OttilienWind, Regen und Schnee – verbunden mit einer unzureichenden Entwässerung – haben dem über 100 Jahre alten Gebäude zugesetzt. Eine Turmbegehung im vergangenen Sommer brachte den Mönchen eine erste Ahnung der Schäden. Es zeigten sich Risse und mürbe Stellen im Mauerwerk.

Die Risse müssen den Vorgängern der heutigen Ottilianer schon aufgefallen sein – darauf deuten entsprechende Gipsmarken an den Wänden hin. „Offenbar haben schon frühere Generationen die Risse zur Kenntnis genommen und beobachtet“, sagt Bruder Odilo Rahm, der das gesamte Sanierungsprojekt seit Anfang an betreut. Unterlagen waren in den Klosterarchiven jedoch nicht zu finden.

Eine genauere Prüfung von Turm und Dach brachte das ganze Ausmaß ans Licht – es wurden Feuchtigkeitsschäden, morsche Dachschwellen und Fäulnis in den Ecken des Dachstuhls festgestellt. „Etwa fünf bis zehn Prozent des gesamten Dachvolumens sind fäulnisgeschädigt“, berichtet Bruder Odilo.

Es war ihm wichtig, den Sanierungsbedarf zunächst minutiös zu erfassen. Unter anderem machte eine Kameradrohne Aufnahmen von der 30 Meter hohen Turmspitze. Resultat: Zwei der acht Turmbleche wölben sich nach außen – die gesamte Spitze muss erneuert werden.

Voraussichtlich im Frühjahr wird der Kirchturm komplett hinter einem Gerüst verschwinden. Neben der Sanierung von Mauerwerk und Dachstuhl werden zur Verbesserung der Statik drei Ringanker in den Turm eingebaut. Um künftigen Feuchteschäden vorzubeugen, sollen Regenrinnen und Fallrohre angebracht werden.

Eine weitere Baustelle ist der Glockenstuhl – die Stahlträger weisen Rostschäden auf. Die acht vorhandenen Glocken sollen neue Klöppel erhalten, zudem wird eine neunte Glocke hinzukommen. Denn: „Zwischen der kleinsten und der zweitkleinsten Glocke besteht tonal eine Lücke“, weiß Bruder Odilo. Erweitert werden muss der Glockenstuhl für den Neuzugang nicht, aber Läutetechnik, Schlagwerk und Hämmer werden erneuert. Die Glocken werden wohl vier Monate abgehängt.

Mit Kostenschätzungen hält man sich noch bedeckt, hofft jedoch auf Hilfe von staatlicher und kirchlicher Seite. Die bisherigen Sanierungskosten wurden zu einem Drittel vom Kloster selbst aufgebracht und der Rest über Zuschüsse des Denkmalschutzes und der Diözese Augsburg finanziert. (os)

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