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Er ist seit 50 Jahren gerne Mesner des Gotteshauses in Holzkirchen: der 85-jährige Franz Krammer. Er sagt rückblickend: „Wenn alles geklappt hat, hat man sich immer gefreut.“

Seit drei Generationen im Dienst 

Eine Mesner-Familie und ihre Kirche

Das Jahr 2017 ist für Franz Krammer (85) ein besonderes Jubiläumsjahr: Seine Familie hat vor 125 Jahren die Mesnertätigkeit in der Allinger Filialkirche Holzkirchen übernommen. Jenes Amt, das er selbst vor mittlerweile 50 Jahren von seinen Eltern übernommen hat und bis heute bekleidet.

HolzkirchenFerdinand, der Großvater von Franz Krammer, war Schmied und hatte einen landwirtschaftlichen Betrieb. 1892 übernahm er mit Ehefrau Rosina das Mesneramt in St. Peter und Paul in Holzkirchen. In dieser Aufgabe fungierten ab 1921 dann Franz Krammers Eltern Florian und Maria. Als 1967 der Vater starb, sei der damalige Kirchenpfleger auf ihn zugekommen. Er habe ihn gebeten, den Dienst mit seiner Ehefrau Josefine weiterzuführen, erinnert sich der heute 85-jährige Krammer.

Pfarrer war damals Franz Michael Pniok. „Ich war Ministrant und kannte die Kirche von klein auf.“ Wie sich Krammer erinnert, fand am Anfang seiner Mesnertätigkeit in Holzkirchen an jedem zweiten Sonntag ein Gottesdienst sowie einmal unter der Woche eine Messe statt. Dazu kamen noch Trauungen. Dreimal am Tag musste Franz Krammer von seinem Hof den kurzen Weg zur Kirche hinübergehen, um die Glocken um 11, um 12 Uhr und am Abend zu läuten. Denn das Läutwerk der Glocken wurde damals per Hand bedient, ebenso musste das Uhrwerk händisch aufgezogen werden. Erst seit 1979 erfolgt beides elektrisch. „Das war natürlich eine große Erleichterung“, sagt Krammer.

Mit der Gründung des Pfarrverbands Eichenau-Alling hat sich die Anzahl der Messen in St. Peter und Paul reduziert. So werden mittlerweile nur noch besondere Feiertage wie etwa der Palm- und Pfingstsonntag oder Christi Himmelfahrt in der kleinen Kirche begangen. Und natürlich das Patrozinium am 29. Juni.

An diesen Tagen hat Franz Krammer dann besonders viel zu tun: Hinüber in die Kirche, aufsperren, eine Viertelstunde vor der Messe die Glocken läuten, Kerzen an den Altären anzünden, Schlüssel am Tabernakel anstecken, Kelch, Hostienschale und die notwendigen Messbücher bereitstellen und das Gewand für den Pfarrer herrichten, nachher wieder zusperren – um nur einige der Aufgaben zu nennen. Es gab Zeiten Anfang der 2000er-Jahre, da war Franz Krammer in drei Kirchen gleichzeitig als Mesner tätig: neben Holzkirchen in der Kirche Mariä Geburt in Alling sowie in Hoflach. „Mir hat meine Frau gerade in Holzkirchen unheimlich viel geholfen“, sagt Franz Kramer, „vor allem beim Ausschmücken der Kirche.“ Seine Frau Josefine ist vor sechs Jahren verstorben.

Das Brautpaar fehlt,die Hochzeit fällt aus

In den 50 Jahren als Mesner hat der 85-Jährige vieles erlebt, zum Beispiel die Renovierung der Kirche St. Peter und Paul von 1978 bis 1980. Aber auch Kurioses. „In Alling haben wir mal für eine Hochzeit die Kirche geschmückt, die Ministranten waren da – aber das Brautpaar ist nicht gekommen.“

Solange noch kein geeigneter Nachfolger gefunden ist, will Kramer die Mesnertätigkeit weiterführen. Einer seiner drei Söhne, der ebenfalls im Ort wohnt, unterstützt ihn hin und wieder bei den Gottesdiensten, kann aber das Amt aufgrund seines Berufes nicht dauerhaft übernehmen. Franz Krammer jedenfalls sagt, er halte es für notwendig, dass der Mesner ortsnah wohnt, denn: „Oft kommen Ausflugsbusse zu uns – und ich muss kurzfristig eine Kirchenführung machen.“ Er jedenfalls sei in den 50 Jahren immer gerne Mesner gewesen, erzählt Franz Kramer, der unzählige Fotos und Diafilme aus dieser Zeit besitzt. „Wenn alles geklappt hat, hat man sich immer gefreut.“ Sebastian Öl

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