Die Trauer niederschreiben können Lehrer, Eltern und Schüler in einem Kondolenzbuch im Schulhaus. foto: mmh

Ruth Hellmann überraschend gestorben

Germeringer Schule trauert um ihre Rektorin

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Germering - Ein Kondolenzbuch liegt aus, Schüler haben einen Raum der Stille eingerichtet, eine Gedenkfeier ist geplant – die Wittelsbacher Schule trauert um ihre Leiterin Ruth Hellmann, die am Samstag unerwartet gestorben ist. 2012 musste die Schulfamilie das schon einmal durchmachen.

Die Klasse 7a hat einen Raum der Stille eingerichtet. Zum Trauern für die ganze Schulfamilie. Darin steht ein großer Tisch mit Blumen und Kerzen und einem Foto von Ruth Hellmann. An Stellwänden können Schüler und Lehrer Zettel mit ihren Gedanken anpinnen. Meist geht es um Sätze, die sie ihrer Rektorin gerne noch gesagt hätten. „Danke für alles“, steht auf einem Zettel. Ein anderer bekennt: „Sie fehlen mir sehr.“

Die 311 Schüler der Wittelsbacher Mittelschule haben am Montagmorgen in ihren jeweiligen Klassenräumen durch ihre Lehrer vom plötzlichen Tod ihrer Rektorin Ruth Hellmann (61) erfahren. Seitdem ist alles anders. „Es ist sehr still im Haus“, erzählt Lehrerin Maike Neidhardt. „Die Stimmung ist sehr gedrückt.“ Ruth Hellmann war sehr beliebt. Innerhalb und außerhalb der Schule. Ihr plötzlicher Herztod macht ihre Wegbegleiter fassungslos.

"Ich bin sehr betroffen"

„Ich bin sehr betroffen“, bekennt OB Andreas Haas, der wegen der geplanten Generalsanierung der Wittelsbacher Schule besonders in der letzten Zeit Hellmann immer wieder persönlich traf. „Sie war ein sehr engagierter Mensch. Sie hat sich mit ihrer Schule identifiziert und sich immer für die Belange ihrer Schüler und Lehrer eingesetzt.“ Haas schätzte vor allem Hellmanns ruhige und sachliche Art und ihr bescheidenes Auftreten.

„Das ist ein großer Verlust für die Schule“, erklärt Eike Höppner, die als Referentin für Schulsozialarbeit oft mit Hellmann kooperierte. „Sie hatte immer großes Verständnis für die Schüler und war sehr fleißig. Sehr wichtig war ihr das Netzwerk mit anderen Germeringer Schulen. Vor allem mit der Theresen-Grundschule.“

"Ein unglaublicher positiver Mensch"

Gabriele Kraußer vom Schulamt Fürstenfeldbruck: „Sie war ein unglaublich positiver Mensch. Probleme hat sie einfach angepackt und gelöst.“ Hellmann sei Pädagogin durch und durch gewesen. Das Wichtigste aber: „Sie ist für Schüler und Lehrer stets greifbar und nah an den Leuten dran gewesen.“

Die Schulfamilie muss bereits zum zweiten Mal einen solchen Verlust verarbeiten. Im November 2012 verstarb ebenfalls völlig unerwartet der damalige Rektor Manfred Frank. Viele Lehrer und einige Kinder waren auch zu der Zeit bereits an der Schule. Zur Trauerbewältigung soll es kommende Woche eine Gedenkfeier geben.

Ihr Lebensweg

Als Kind zweier Lehrer wurde Ruth Hellmann am 5. November 1954 im nordrhein-westfälischen Düren bei Köln geboren. Sie studierte Gymnasiallehramt für die Fächer Deutsch und Sozialkunde in Aachen, promovierte in Köln und arbeite dort anschließend als Referendarin. Aus familiären Gründen lebte sie seit den 1990er Jahren in Bayern und unterrichtete an den Gymnasien in Puchheim und Olching. Später wechselte sie an die Mittelschule Maisach und absolvierte ein Sonderprogramm für die Zulassung für Bayerische Hauptschulen. Mit dieser Qualifikation wurde die engagierte Lehrkraft 2008 Konrektorin an der Maisacher Mittelschule. Nach Germering kam Ruth Hellmann 2013, als sie die Leitung der Wittelsbacher Mittelschule übernahm. In ihrer Freizeit spielte die dreifache Mutter Geige im Puchheimer Kirchenorchester. Sie lebte mit ihrem Mann in Gernlinden.

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