Fereshteh Zimmermann ist Referentin für Integration und Migration.

Interkulturelles Fest 

Eine Woche im Zeichen der Vielfalt

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Zum zweiten Mal geht ab dem 15. März die interkulturelle Woche in der Stadt über die Bühne. Die Germeringer erwarten Theater, Tanzveranstaltungen und Vorträge über kulturelle Vielfalt. Dabei sind die Schulen sehr wichtig.

Germering – Ein Blick in die nahe Zukunft: Germering, Mitte März, 2017. Frauen verschiedener Nationalitäten sprechen auf Deutsch im Frau MütZe über aktuelle Themen. Schüler halten in der Stadtbibliothek Vorträge über Südamerika oder den arabischen Raum und nehmen die Besucher mit auf eine interkulturelle Weltreise. Und im Rossstall kochen Flüchtlinge für alteingesessene Germeringer, während eine Trommelgruppe die Wände des Theaters zum Wackeln bringt. All das kann man in Germering erleben, wenn von Mittwoch, 15., bis Mittwoch, 22. März, die interkulturelle Woche in der Stadt über die Bühne geht. Auf die Besucher warten Theater, Tanzveranstaltungen, aber auch informative Vorträge über fremde Kulturen. In Zusammenarbeit haben Vereine, Schulen, Parteien, kirchliche Einrichtungen und das Rathaus ein buntes Programm bestehend aus 18 Veranstaltungen auf die Beine gestellt, davon hat sieben die Stadt Germering organisiert.

Nach 2015 findet die interkulturelle Woche in Germering zum zweiten Mal statt. Doch neben den Veranstaltungen geht es vor allem um eines – Manuel Leupold von der städtischen Fachstelle für Integration und Migration sagt: „Das Wichtigste ist, dass die Leute zusammenkommen.“ OB Andreas Haas (CSU) fügt an: „Hauptaugenmerk ist, dass sie miteinander ins Gespräch kommen.“

Menschen aus 126 verschiedenen Nationen leben in Germering. Rund 7000 Stadtbewohner sind Ausländer. Das sind mehr als 17 Prozent der Gesamtbevölkerung. Ein Großteil kommt aus Staaten der europäischen Union und der Türkei. Hinzukommen 270 Flüchtlinge.

Germering ist bunt – und zwar schon länger. Seit mehr als 30 Jahren gibt es das Internationale Begegnungsfest, bei dem Menschen unterschiedlicher Herkunft sich austauschen und kennenlernen.

Fereshteh Erschadi-Zimmermann, Referentin für Integration und SPD-Stadträtin, glaubt, dass die Germeringer anders als in anderen Städten neugierig auf andere Kulturen sind. Sie sagt zur interkulturellen Woche: „Wir haben großes Glück, dass wir so ein Programm auf die Beine stellen können. Das zeigt, wie die Atmosphäre in Germering ist.“

Das einwöchige Kultur-Fest beginnt am Mittwoch mit einem Beitrag zur Vielfalt in der Aula der Kirchenschule. Dafür haben sich mehrere Germeringer Schulen zusammengetan. Kinder der Theresen-Grundschule spielen etwa ein afghanisches Theaterstück. Zudem veranstaltet die Kerschensteinerschule ein Singspiel. Und Kinder der Kleinfeldschule organisieren eine Ausstellung.

Dass die Bildungseinrichtungen den Auftakt machen, war den Veranstaltern besonders wichtig. „Schule ist ein zentraler Ort, wo Integration funktionieren kann“, sagt Leupold. Das sieht auch Erschadi-Zimmermann so. Sie meint, dass Schulen auch für interkulturelle Bildung verantwortlich sind. Außerdem: Eine mögliche Radikalisierung könne man an der Schule besser stoppen. Aus diesen Gründen hat man die interkulturelle Woche unter Rücksprache mit den Rektoren in den März verlegt. 2015 fand sie im Oktober statt. Zwischen Fasching und Ostern haben die Kinder und Jugendlichen nach Ansicht der Schulleiter aber mehr Zeit, eigene Beiträge vorzubereiten.

Doch neben den Schulen findet man auch viele Veranstaltungen von Vereinen und Organisationen im Programm. Der Verein Mukule, der Arbeitskreis Asyl und der Helferkreis Germering laden am Sonntag zu einem bunten Nachmittag in das Theater im Rossstall. Schüler von Sprachkursen und Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte in Germering präsentieren dabei Theater und Gedichte zum Thema Integration. Daneben gibt es musikalische Darbietungen sowie einen Wissenstest. Außerdem kochen die Asylbewerber für die Besucher.

Auch Parteien beteiligen sich mit eigenen Beiträgen an der interkulturellen Woche. Die Grünen zeigen in der Stadthalle eine Langzeitdokumentation über Flüchtlinge in einem oberbayerischen Dorf. Bei einem Abend der Sozialdemokraten sprechen Migranten über ihre Erfahrungen in Deutschland. Und die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Kerstin Schreyer (CSU), spricht ebenfalls in der Stadthalle über Integrationspolitik. Abschließend, am Mittwoch, 22. März, findet eine Einbürgerungsfeier in der Stadtbibliothek statt. Laut Leupold haben in den vergangenen eineinhalb Jahren 87 Menschen, die in Germering leben, die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen. Haas sagt, die Einbürgerung sei per se ein sehr technischer Akt. „Mit der Feier wollen wir das anerkennen.“

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