Nach Skandal-Verleihung: Musikpreis Echo wird abgeschafft

Nach Skandal-Verleihung: Musikpreis Echo wird abgeschafft
OB-Mitarbeiter im Pucher Meer. Video-shot: st

Kommentar

Eiskalt blöd daher g’red

Eiskalt blöd daher g’red 

Fürstenfeldbruck – Das Kalt-Wasser-Grillen erfreut sich derzeit ja großer Beliebtheit. Auch das Tagblatt kommt nicht umhin, wiederholt über Vereine zu berichten, deren Mitglieder sich nach entsprechenden Aufrufen im Internet-Netzwerk Facebook mit nackten Füßen in einen See oder einen Bach stellen, Würstel grillen und dann davon ein Video veröffentlichen. Ein Kommentar. 

Soweit so gut. Wie man diese Aktionen – sie nennen sich „Challenges“ – beurteilt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Außerdem darf man nicht vergessen, dass bei der Gelegenheit meist Geld für eine gute Sache gespendet wird.

Wenn Gemeinde- und Stadtverwaltungen, wie jetzt das Brucker OB-Büro samt der 3. Bürgermeisterin Geißler, sich aber ins Pucher Meer stellen und sich dabei selbst filmen, dann muss man sich schon fragen, ob das wirklich sein muss.

Ständig werden in den Verwaltungen neue Leute eingestellt, ständig wachsen die Personalausgaben der öffentlichen Hand, ständig wird davon berichtet, wie angespannt die Mitarbeiter sind und wie furchtbar viel Arbeit sie haben – und dann stellen diese vom Steuerzahler bezahlten Leute komplett sinnfreie und gerade im Brucker Falle wirklich nur vorgeblich lustige Videos von sich ins Internet.

In Fürstenfeldbruck ist nun immerhin der frühere SPD-Stadtrat Axel Lämmle in die Ice-Challenge reingegrätscht. Er fordert Aufklärung darüber, ob und wie viel Arbeitszeit vergeudet wurde, wie viel das Drehen des Videos gekostet hat, wie viele Leute damit beschäftigt waren, woher das gespendete Geld eigentlich kam und weitere Details. Die Beantwortung dieser Fragen ist nun sicher auch eine Art Challenge. Mit einem lustigen Video freilich ist sie nicht zu bewältigen. thomas Steinhardt

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