Verkehr auf S4-Strecke nimmt zu 

Elektrifizierung und was dann?

Landkreis – Die bevorstehende Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau sorgt derzeit immer wieder für Diskussionen – unter anderem, weil sie anders als der S 4-Ausbau im Bundesverkehrswegeplan gelistet ist. Doch was bedeutet die Elektrifizierung für die Region Bruck?

Zunächst einmal recht wenig, wie ein Sprecher der Bahn auf Anfrage erklärt. Denn zwischen München und Bruck ist die Strecke, auf der auch die S 4 verkehrt, ja bereits elektrisiert. Erst danach tuckern die Züge mit Dieselantrieb weiter nach Lindau und die Schweiz.

Das zentrale Motiv hinter dem Umbau auf der insgesamt 155 Kilometer (107 davon eingleisig) langen Strecke nach Geltendorf ist die Beschleunigung der Züge. Sie sollen dereinst mit 160 Kilometern in der Stunde fahren und damit die Reisezeit zwischen München und Lindau deutlich verkürzen. Die Fahrzeit soll dann weniger als drei Stunden und 30 Minuten betragen. Zwischen Lindau und München soll die Fahrt dann deutlich unter zwei Stunden dauern.

Allerdings werden künftig auch mehr Züge fahren. Gibt es bisher drei Verbindungen am Tag, so wünscht sich die Schweiz künftig sechs zwischen München und Zürich. Das heißt, dass der Zugverkehr auch auf dem S 4-Abschnitt zwischen Geltendorf und München zunehmen dürfte. Allerdings ist das noch Zukunftsmusik. „Wer am Ende wirklich darauf fährt, können wir jetzt noch nicht sagen“, erklärt der Bahnsprecher. Letztlich hängt das von der Anzahl der bestellten Züge ab. An eine signifikante Zunahme des Güterverkehrs glaubt der Bahnsprecher übrigens nicht. Dafür gebe es weit bessere Verbindungen.

Im Moment läuft die Planfeststellung jenseits von Geltendorf. In erster Linie muss die Bahn nur Oberleitungen bauen. Allerdings sei die Strecke seit 150 Jahren nicht mehr verändert worden. Mit dem Eingriff jetzt werden daher auch Lärmschutzmaßnahmen nötig. Die Hauptbauphase erwartet der Sprecher für die Jahre 2018/19/20, wobei angesichts der laufenden Verfahren Aussagen dazu schwierig seien.

Im Bereich des eingleisigen Abschnitts zwischen Buchloe, Memmingen und Hergatz reicht es nicht, nur Masten zu bauen. Diese Strecke muss für den bogenschnellen Betrieb ertüchtigt werden. Fahrzeuge mit Neigetechnik können dann in diesem Abschnitt ebenfalls bis zu 160 Kilometer in der Stunde erreichen.

Für den Abschnitt zwischen Geltendorf und München kündigt der Bahnsprecher ebenfalls einiges an – ein Problem bestehe aktuell auch darin, dass zwischen fahrenden Zügen kilometerlange Abstände eingehalten werden müssten.

Mit der zweiten Stammstrecke werde sich die Situation zwischen Fürstenfeldbruck und München „dramatisch verbessern“, sagte er. In Pasing werde ein neues Überwerfungsbauwerk geplant, das die bekannte Engstelle („Westkopf“) entschärfen soll. Außerdem werde die Signaltechnik auf der Strecke verbessert. Technische Features und der dreigleisige Ausbau zwischen Eichenau und Pasing werden Verbesserungen bringen. (st) 

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