Verkehrszählung

B2-Sperrung: Mehr Verkehr in Emmering

  • Thomas Steinhardt
    VonThomas Steinhardt
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Allen Beobachtern war es gefühlt klar, jetzt aber liegen auch Zahlen vor: Die Sperrung der Amperbrücke in Fürstenfeldbruck in diesem Frühjahr hat sehr viel Verkehr in die Nachbargemeinde Emmering gespült.

Fürstenfeldbruck – Die Amperbrücke war von Mitte März bis Ende April wegen Reparaturarbeiten komplett für den Verkehr gesperrt. Die offizielle Umleitung für die B 2 erfolgte über die Oskar-von-Miller-Straße in Bruck. Doch viele Auto- oder Lastwagenfahrer suchten sich kürzere Schleichrouten. Viele davon wichen einfach nach Emmering aus.

2000 zusätzliche Verkehrsbewegungen täglich

Die Gemeinde stellte daher Geräte zur Verkehrszählung auf. Die Ergebnisse wurden unlängst im Gemeinderat und im Mitteilungsblatt bekannt gemacht. Gezählt wurde auf der Brucker Straße, auf der Emmeringer- und auf der Amperstraße. In der Emmeringer Straße stiegen die Fahrzeugbewegungen von 9000 auf 11 000 am Tag. Das entspricht einer Erhöhung um 20 Prozent.

Ebenfalls um 20 Prozent erhöhten sich die Fahrzeugbewegungen in der Hauptstraße von Emmering. Hier fuhren 12 500 Autos oder Lastwagen pro Tag. Am schlimmsten allerdings erwischte es die Amperstraße. An normalen Wochentagen sind dort zwischen 11 000 und 12 000 Autos unterwegs. Während der Zeit der Amperbrückensperrung kamen laut Emmeringer Gemeindeverwaltung 40 Prozent dazu. Als Spitzenwert wurden 16 400 Kraftfahrzeuge gemessen.

In Emmering hat man jetzt noch mehr Sorge vor einer B2-Verlegung

Emmerings Bürgermeister Michael Schanderl (FW) ist überzeugt: Mit dieser Statistik ist dokumentiert, dass eine reine Umverlegung der Bundesstraße 2 in Fürstenfeldbruck ohne Neubau einer Straße und ohne weiteren Amperübergang – wie es in der Stadt ja diskutiert wird – zu deutlichen Mehrbelastungen in Emmering führen würde. Die Streichung der Deichenstegtrasse als Verlagerung der B 2 aus dem Bundesverkehrswegeplan sei aus Sicht der Emmeringer Bürger unverantwortlich und bürgerschädlich gewesen.

Michael Schanderl, Bürgermeister von Emmering.

Wie Michael Schanderl in diesem Zusammenhang berichtet, hatte man in Emmering schon Sorge, dass die Autofahrer sich an die Ausweichroute gewöhnen und künftig immer durch Emmering rollen. Das sei aber nicht eingetreten. Nachdem die Amperbrücke in Fürstenfeldbruck wieder befahrbar war, habe der Verkehr in Emmering auch wieder abgenommen.

Nach der Sperrung ist vor der Sperrung

Nach der Sperrung ist allerdings vor der Sperrung. Denn die Reparatur der Amperbrücke war nur eine wegen ihres schlechten Zustands nötige Interimslösung. Langfristig soll die Brücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, was sicher nicht in ein paar Wochen erledigt sein wird.

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