Nach der Böllerattacke zog dicker Qualm durch den hohlen Stamm des Emmeringer Wahrzeichens.

Naturdenkmal zerstört

Böller-Attacke macht alter Eiche den Garaus

Wegen eines dummen Lausbubenstreiches musste eine 150 Jahre alte Eiche gefällt werden. Zwei Burschen hatten zum Jahreswechsel einen Böller in ihrem hohlen Stamm gezündet. Es ist nicht das erste Mal dass Silvesterkracher im Landkreis einen solchen Schaden anrichteten.

Emmering– Jahrelang stand die stolze Eiche am Ende der Schwabenbergstraße. Sie galt als Naturdenkmal – und vielen Emmeringern als inoffizielles Wahrzeichen ihres Ortes. Nun ist von dem Baum nur noch der ausgebrannte Stumpf geblieben. Alle Bemühungen der Feuerwehr, die alte Eiche zu retten, waren vergebens. Jetzt geht es nur noch darum, das Holz möglichst sinnvoll zu verwenden.

So stand die Eiche an der Schwabenbergerstraße.

Der Böller der beiden Jugendlichen aus Emmering und Fürstenfeldbruck löste einen Schwelbrand im Baum aus. Zeugen alarmierten die Feuerwehr, die die Flammen löschte. Doch binnen weniger Stunden mussten die Einsatzkräfte noch einmal zur Eiche ausrücken. In der Nacht hatte ein aufmerksamer Anwohner beobachtet, dass der Wurzelstock erneut zu brennen begonnen hatte. Insgesamt 5000 Liter Löschwasser wurden in und auf den Baum gespritzt.

Die Emmeringer Eiche ist nicht das erste Böller-Opfer im Landkreis

Am Ende war das Naturdenkmal aber derartig geschädigt, dass die Feuerwehr es umschneiden musste. „Wir haben lange überlegt, ob wir den Baum fällen müssen“, sagt Feuerwehrkommandant Robert Klement. Aber es gab keine Rettung mehr für den Stamm. Vor ein paar Jahren wurde die Eiche schon einmal stark zugeschnitten. Seither war der Stamm innen hohl.

Die 1000-jährige Linde zwischen Rottbach und Oberlappach  brannte auch schon.

Ein ähnlicher Fall von Böller-Attacke auf einen uralten Baum ereignete sich im Dezember 2014. Damals haben Unbekannte die sogenannte 1000-jährige Linde zwischen Rottbach und Oberlappach auf genau die gleiche Weise in Brand gesteckt. Auch damals waren die Glut- und Brandnester im Inneren des hohlen Baumes für die Feuerwehrleute nur schwer zu erreichen. Die Linde erholte sich aber wieder.

„Das ist ein unwiederbringlicher Schaden“, bedauert Bürgermeister Michael Schanderl (FW) die Fällung des inoffiziellen Emmeringer Wahrzeichens. Obwohl die Eiche ihre besten Jahre schon hinter sich hatte, hatte Schanderl wie viele andere Bürger gehofft, dass der Baum noch einige Jahre hätte überdauern können.

Aber natürlich müsse man immer realistisch sein, so Michael Schanderl weiter. Weil klar gewesen sei, dass das Naturdenkmal irgendwann gefällt werden müsste, habe man in der Nähe bereits vor einiger Zeit zwei Bäume als langfristigen Ersatz für die alte Eiche gepflanzt. Der Bürgermeister schätzt das Alter der gewaltigen Eiche auf etwa 150 Jahre.

Der Bürgermeister will aus dem Stamm jetzt Sitzbänke machen

Immer wieder flammten Glutnester auf. 5000 Liter Löschwasser verspritzte die Feuerwehr.

Gestanden ist der Baum zum einen Teil auf Gemeinde-, zum anderen Teil auf Privatgrund. Deshalb will sich der Rathauschef in Kürze mit dem Privatbesitzer darüber unterhalten, wie man das Holz der gefällten Eiche bestmöglich verwenden kann. Eine erste Idee hat Bürgermeister Michael Schanderl jedenfalls schon: „Eventuell könnte man Sitzbänke für die Senioren daraus machen. So hätte man zumindest etwas, das an die altehrwürdige Eiche erinnert.“

Sebastian Öl

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