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Kritik an der Qualität des Essens

Altenheime: Bürgermeister schalten sich ein

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Vor dem Hintergrund der Beschwerden über die Senivita-Häuser im Landkreis haben sich Kommunalpolitiker von Emmering und Maisach eingeschaltet. 

Emmering/Gernlinden/Maisach – Die Bürgermeister Michael Schanderl, Hans Seidl und die Fraktionsvorsitzenden haben sich bereits vergangenen Freitag mit Senivita-Chef Horst Wiesent getroffen und auf die Verbesserung der Essensqualität gedrängt. Seidl sagt, die Pflegeeinrichtungen seien zwar privat geführt. „Aber wir haben eine moralische Verantwortung. Und die kann mir keiner nehmen.“

Wie berichtet, haben Bewohner und Mitarbeiter der Pflegeeinrichtungen Vorwürfe gegen Senivita erhoben. Insbesondere kritisierten sie die in ihren Augen schlechte Essensversorgung. Das Unternehmen hatte im Zuge einer Sparwelle 16 Mitarbeiter der Sparte Hauswirtschaft entlassen. Seitdem kümmert sich ein externer Anbieter um die Reinigung und Verpflegung. Senivita räumte ein, dass es während der Umstellung auf einen neuen Anbieter zu Problemen bei der Essensversorgung gekommen sei. Vorwürfe, wonach es Missstände im Pflegesektor gäbe, wies das Unternehmen zurück.

Maisachs Bürgermeister Hans Seidl sagt, von Problemen im Pflegesektor habe er nichts gehört. Gleichwohl hat er mit Bewohnern telefoniert, die sich über das Essen beschwerten. Er begrüßt zwar, dass ihn der Sinevita-Geschäftsführer früh über die Kündigung der Hauswirtschaftsmitarbeiter informiert habe. Allerdings sei die Umstellung auf den neuen Caterer und die Informationspolitik des Hauses gegenüber den Bewohnern „weniger optimal“ gelaufen. „Die Essensversorgung muss funktionieren.“ Auch Emmerings Bürgermeister Schanderl sagt, er habe mit einer Bewohnerin gesprochen. Diese habe ihm vom „Vorfall mit dem Grießbrei“ berichtet. Daraufhin habe er bei der Heimleitung darauf gedrängt, „dass das nicht mehr vorkommt.“ Den Bewohnern wurde Grießbrei aufgetischt, der mit Wasser gestreckt war. Ein Senivita-Sprecher nannte die Kritik berechtigt.

Die Gemeinden Emmering und Maisach haben sich vor einigen Jahren für die Pflegeeinrichtungen starkgemacht. In Emmering verkaufte man ein gemeindliches Grundstück an Senivita. Insgesamt hat das Unternehmen rund 30 Millionen Euro im Landkreis investiert und damit einerseits seniorengerechte Wohnmöglichkeiten und andererseits Arbeitsplätze geschaffen. Seidl will zusammen mit der Sozialreferentin Silvia Heitmeir die Einberufung von Bewohnerbeiräten in den drei Einrichtungen forcieren. „Es ist wichtig, dass es ein unabhängiges Sprachrohr gibt.“ Das Gremium könne auch der Gemeinde Feedback geben.

Unterdessen plant Senivita in Emmering und Maisach Info-Abende für Angehörige und Bewohner. Die Geschäftsleitung möchte „über wichtige Veränderungen im Hause informieren“, heißt es in einem Aushang. Die Tochter einer Hausbewohnerin sagt, sie erwäge, sich dort zu beschweren. Ihr Mann werde die schlechte Essensqualität sicher ansprechen. „Wir hoffen, dass es bald besser wird.“

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