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„Unplugged Inferno“: Bestnote für Nachwuchs-Band

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Von: Andreas Daschner

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Wir spielen die Lieder nicht einfach nur nach, sondern wollen uns die Songs zu eigen machen. Thomas Sterr Sie holten den ersten Platz beim Deutschen Rock und Pop Preis in der Kategorie „Beste Cover-/Revivalband (v.l.): Martin Schmah, Thomas Sterr und Christian Brinkmann. Sie sind die Band Unplugged Inferno. Sterr spielt Piano, Brinkmann Gitarre, Schmah ist Bassist und Sänger. Im Repertoire hat das Trio vor allem alte Rockklassiker, die jeder kennt, aber nicht jeder spielt. Das Bild links zeigt Unplugged Inferno bei einem Auftritt vor der Pandemie.
Wir spielen die Lieder nicht einfach nur nach, sondern wollen uns die Songs zu eigen machen. Thomas Sterr Sie holten den ersten Platz beim Deutschen Rock und Pop Preis in der Kategorie „Beste Cover-/Revivalband (v.l.): Martin Schmah, Thomas Sterr und Christian Brinkmann. Sie sind die Band Unplugged Inferno. Sterr spielt Piano, Brinkmann Gitarre, Schmah ist Bassist und Sänger. Im Repertoire hat das Trio vor allem alte Rockklassiker, die jeder kennt, aber nicht jeder spielt. Das Bild links zeigt Unplugged Inferno bei einem Auftritt vor der Pandemie. © privat

Die Band Unplugged Inferno wollte gerade Fahrt aufnehmen, als Corona dem ein jähes Ende setzte. Untätig ist das Trio aber nicht. Es hat sich für den Deutschen Rock und Pop Preis beworben – und prompt gewonnen.

Emmering– Als die Urkunde der Deutschen Popstiftung im Briefkasten lag, konnten der Emmeringer Christian Brinkmann und seine Mitstreiter Martin Schmah aus Dachau und Thomas Sterr aus Sulzemoos es kaum glauben: Die Jury des Deutschen Rock und Pop Preises hat sie in der Kategorie „Beste Cover-/Revivalband“ mit einer 1 bewertet – absolute Bestnote. Nachdem Unplugged Inferno im Vorjahr noch auf Platz drei landete, erklommen die Musiker damit 2021 den Olymp des ältesten gemeinnützigen Nachwuchspreises in Deutschland.

Dabei verläuft der Karrierestart des Trios alles andere als geradlinig. „Wir haben uns Ende 2019 gegründet – also kurz vor Corona“, erzählt Sterr. Er selbst spielt Piano, Brinkmann Gitarre, Schmah ist Bassist und Sänger. Musikalisch sind die drei Bandmitglieder dabei kein unbeschriebenes Blatt. Seit etwa zwölf Jahren machen sie gemeinsam Musik – zuletzt in größeren Rock- und Partybands. Brinkmann und Schmah kennen sich sogar schon aus der Schulzeit. Sie spielten gemeinsam bei der Band der Realschule Maisach.

Große Rocksongs im Mittelpunkt

Mit Unplugged Inferno schlug das Trio nun neue Wege ein. Zwar stehen noch immer große Rocksongs im Mittelpunkt. Nun allerdings – wie der Bandname schon vermuten lässt – unplugged, also mit akustischen statt elektrischen Gitarren gespielt. „Wir haben alle Familie und nicht mehr die Zeit, um mit großen Rockbands durch die Gegend zu tingeln“, berichtet Sterr.

Und so suchten sie sich ein neues, etwas kleineres Betätigungsfeld. „Unplugged hatten wir zuvor noch nicht gemacht“, sagt der Pianist. Ins Repertoire nahm das Trio vor allem alte Rockklassiker auf, die jeder kennt, die aber nicht jeder spielt. „Es sind Lieder überwiegend aus unserer Jugend“, sagt Sterr – also Songs, die zwischen drei und vier Jahrzehnten auf dem Buckel haben.

„Wouldn’t it be good“ von Nick Kershaw zählt etwa dazu. Oder auch „(I just) died in your arms“ von Cutting Crew. Aber auch Songs von Sting, Radio Head, A-ha, den Dire Straits oder Eric Clapton haben die drei Musiker einstudiert. Wichtig dabei, so Sterr: „Wir spielen die Lieder nicht einfach nur nach, sondern wollen uns die Songs zu eigen machen.“ Deshalb arrangieren Schmah, Brinkmann und Sterr die Lieder auch entsprechend um.

Damit bewarben sie sich schließlich zum Deutschen Rock und Pop Preis 2021. Bei der Jury kam das Konzept der Band offensichtlich richtig gut an. Platz 1 beim von der Deutschen Popstiftung vergebenen Preis spricht für sich. Zu gerne hätten die drei Musiker den Preis persönlich entgegengenommen. Wegen der Pandemie gab es die Urkunde stattdessen wieder per Post – wie schon bei Platz drei im Jahr 2020.

Hoffnung auf Live-Auftritte

Unabhängig von der Form der Verleihung erhoffen sich Unplugged Inferno durch den Preis einen Bekanntheitsschub und zahlreiche Zuschauer – wenn denn mal wieder Live-Auftritte möglich sind. Bei großen Festivals wird man das Trio aber eher selten sehen. „Unsere Band ist jetzt nicht unbedingt die klassische Hallenfestband“, sagt Sterr. Vor Corona haben sie ihr Repertoire daher eher bei Firmenfesten, Geburtstagen, Hochzeiten und Messen zum Besten gegeben.

Auch für 2022 gibt es schon wieder die eine oder andere Anfrage. Ob es was wird? Das entscheidet die weitere Entwicklung in der Pandemie. Sterr gibt sich jedenfalls eher vorsichtig und lässt sich lieber positiv überraschen. Bis die Live-Bühnen wieder geöffnet werden, kann das Trio seine Songs im Proberaum weiter üben. „Und dann gibt es hoffentlich endlich wieder größere Veranstaltungen und damit auch Auftrittsmöglichkeiten für Künstler“, sagt Schmah. Und Brinkmann ergänzt: „Wir wären auf jeden Fall bereit.“

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