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Ein Projekt von Brucker Land und Brucker Forum soll für mehr Blühwiesen sorgen. Kommunen und Pfarrgemeinden haben sich beworben. Emmering bekam den Zuschlag für das Projekt. Dort schauten Leiter Reinhard Witt (Mitte), seine Mitstreiter und Bürgermeister Michael Schanderl auch die Wiese bei der Siedlerstraße an.

Pilotkommune ausgewählt

Blühwiesen-Casting für Bienenfreunde

Die Initiative „Brucker Land blüht auf“ kämpft gegen Insektenschwund und Bienensterben. Neun Städte und Gemeinden haben sich jetzt für ein Pilotprojekt beworben, eine wurde ausgewählt.

Emmering – „Hier muss der Mulch raus, sonst verlieren wir die ganzen Blumen.“ „Diese Wiese sollte man drei Mal mähen.“ „Das ist eine superschöne Fläche, das wird der Knaller hier.“ Der fachliche Leiter des Blüh-Projektes, Reinhard Witt, ist voll in seinem Element, als er mit Emmerings Bürgermeister Michael Schanderl, Umweltreferent Ottmar Altbauer (beide FW) sowie weiteren Gemeindevertretern und Bauhofmitarbeitern durch die Ampergemeinde geht. Dort inspizierten sie potenzielle Flächen für Wildblumenwiesen. Mit seinen Mitarbeitern und Margit Pesch von Brucker Land besuchte Witt insgesamt zehn Städte, Kommunen und kirchliche Gemeinden im westlichen und östlichen Landkreis. Sie alle haben sich am Projekt gegen Insektenschwund und Bienensterben beteiligt und Flächen zur Umgestaltung vorgeschlagen. Witt prüft nun, wer für das Pilotprojekt ausgewählt wird.

Im ersten Anlauf haben sich neben Emmering Adelshofen, Althegnenberg, Günzlhofen, Mammendorf, die Stadt Fürstenfeldbruck, Olching, Puchheim und Eichenau beteiligt. Auch der Landkreis hat einige Flächen für „Brucker Land blüht auf“ vorgeschlagen. In Emmering werden insgesamt sechs Standorte begutachtet, darunter die Grüninsel an der Dachauer Straße am Ortsausgang Richtung See sowie Flächen am Lauscherwörth, am Kinderhaus „An der Amper“ und am Westanger hinter dem Mitterfeldweg. „Es gibt drei Methoden, wie man mit den Flächen umgeht“, erklärt Reinhard Witt. Während es sich gerade bei kleineren Flächen wie etwa Kreiseln oder Verkehrsinseln anbiete, die Fläche zuerst auszukoffern, dann mit Kies und Kompost aufzufüllen und schließlich Wildblumensaatgut auszubringen, könne man bei einer Rasenfläche auch die sogenannte „Burri-Methode“ anwenden. Bei letzterer werde zuerst der alte Graswuchs vernichtet, so der Experte. Die dritte Möglichkeit, die Artenanreicherung, eigne sich hingegen für Sonderstandorte, wo eine Fräse nicht zum Einsatz kommen könne. Doch egal auf welche Methode letztendlich zurückgegriffen wird – das Ziel ist immer das gleiche: „Wir wollen die heimischen Pflanzen und Tiere fördern und gleichzeitig den Pflegeaufwand verringern“, sagt Witt. Außerdem sei die Blumenpracht auch etwas für das Auge, ergänzte Margit Pesch.

Auch wenn es noch keine konkreten Pläne gibt, kann sich Pesch durchaus vorstellen, dass das Projekt in den Folgejahren auch auf Privatleute ausgeweitet wird. Den Zuschlag erhielt am Ende der zweitägigen, schweißtreibenden Begutachtungsrunde Emmering. Sollten alle vorgeschlagenen Flächen in der Kommune naturnah umgestaltet werden, kämen knapp über 600 Euro an Planungskosten auf die Gemeinde zu. Ideen für die Umgestaltung hätte Projektleiter Reinhard Witt jedenfalls schon zur Genüge. Sie reichen von Magerwiesen über Töpfe mit Wildstauden bis hin zum Blumen-Schotter-Rasen.

Sebastian Öl

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