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Ortsentwicklung ist ihm wichtig: Bürgermeister Michael Schanderl am Bacherl am Rathaus.

Kommunalwahl 2020

Bürgermeisterwahl 2020: Gesundheit wichtiger als Bürgermeister-Amt

  • VonHans Kürzl
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Ob Michael Schanderl bei der Kommunalwahl 2020 noch einmal für das Amt des Bürgermeisters von Emmering kandidiert, hängt auch von seinem Arzt ab.

Emmering – Der Arzt soll ihm demnächst sagen, ob Schanderl fit wäre für eine vierte Amtszeit. Noch etwa bis Mitte Februar gibt sich der 55-jährige Zeit, um zu einer Entscheidung zu kommen.

Lust hätte er schon, weiter die Geschicke der Gemeinde zu leiten. Vor allem bei zwei Themen würde Schanderl gerne mit dazu beitragen, sie zu einem guten Ende zu bringen. „Wir sind beim Fliegerhorst gut unterwegs“, sagt der Emmeringer Bürgermeister in dem Wissen, dass es eine Mammutaufgabe bleiben wird. Zwischen 2023 und 2025 werde es konkrete Ergebnisse zu sehen geben. Dann hätte Schanderl auch gerne einen kreuzungsfreien Ausbau des Bahnübergangs an der Dr.-Rank-Straße.

Ob er wieder antritt oder nicht, hänge auch davon ob, wie sein politisches Wirken von den Wählern wahrgenommen werde. „Die Wahl in den Bezirkstag habe ich schon auch als Bestätigung für meine Arbeit als Gemeindeoberhaupt gesehen“, sagt er. Das bestätige seine Auffassung, „dass man als Bürgermeister gut wahrgenommen wird“. Der Freie Wähler Schanderl ist selbstbewusst ob seiner Arbeit und zufrieden mit seiner Arbeit: „Es macht Freude, etwas bewirken zu können.“ Ein Beispiel sei die Ortsentwicklung in all ihren Facetten, die ihm stets ein wichtiges Anliegen sei.

Zum Aufgabenspektrum gehört auch sein Mandat im Kreistag. „Dort sollte ein Bürgermeister im Interesse der Gemeinde vertreten sein“, findet Schanderl und deutet damit an, dass er dieses weitere Amt nicht als Belastung empfindet. Trotzdem sagt er: „Das ganze Aufgabenspektrum füllt mein Zeitvolumen aus.“ Bei seiner Entscheidung Mitte Februar sei eine Kandidatur für Kreistags- und Bürgermeisteramt nicht aneinandergekoppelt.

Den Herausforderungen einer erneuten Wahl würde er sich gerne stellen. Er wisse aber, dass das Streben in ein Amt allgemein nicht mehr so ausgeprägt sei wie früher. Ein Übermaß an weiteren Kandidaten erwartet Schanderl daher eher nicht.

Doch der Vater dreier erwachsener Kinder im Alter zwischen 21 und 25 Jahren hat auch sein persönliches Wohlbefinden im Blick. „Es gibt Ratgeber, die sagen, dass es nach 18 Jahren genug ist.“ Daher wolle er auf den Hausarzt hören, „der mir sagen wird, wie fit ich bin“. Das werde er sehr ernst nehmen beim Hineinhorchen in sich selbst. Denn Schanderl hatte im Frühjahr 2010 einen Herzinfarkt, der ihn zu einer rund achtwöchigen Pause zwang. Zwar habe er von den Risikofaktoren gewusst, die einen Herzinfarkt begünstigen können, sagte er damals. „Die Fähigkeit, diese Kenntnisse aber auch in die Tat umzusetzen, hat mir gefehlt.“

Das „ Ja“ oder „Nein“ für eine weitere Kandidatur halte sich also derzeit die Waage, sagt der 55-jährige. „Bei 50:50 muss man dann sein Herz entscheiden lassen.“ Wahrscheinlich wird ihm beim Hineinhorchen auch Ehefrau Anita helfen, mit der er 2019 genau 30 Jahre verheiratet sein wird.

Doch Schanderl, promovierter Biobauer, denkt nicht nur an die Gesundheit, sondern auch an seine Interessen und Hobbys. Zum einen ist da sein Emmeringer Bio-Bauernhof, auf dem es seit 1999 keine Tierhaltung mehr gibt, der aber trotzdem bewirtschaftet werden muss. Zum anderen kann sich Michael Schanderl vorstellen, seine größten Hobbys – das Malen und das Bergwandern – künftig etwas mehr zu pflegen.

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