Statt der kaputten Kegelbahn will Bürgerhaus-Wirt Trong Binh Do den Raum künftig für Vereine anbieten. Ein Großbild-TV für Public-Viewing-Sportevents ist bereits da.
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Statt der kaputten Kegelbahn will Bürgerhaus-Wirt Trong Binh Do den Raum künftig für Vereine anbieten. Ein Großbild-TV für Public-Viewing-Sportevents ist bereits da.

Emmering

Die nächste Kegelbahn macht dicht

  • Peter Loder
    VonPeter Loder
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Die Tage von Emmerings Kegelbahn im Bürgerhaus sind gezählt. Ein Wasserschaden erweist sich als irreparabel. Die Anlage wurde mittlerweile komplett demontiert, ein Neubau scheint nach Ansicht des Bürgermeisters Stefan Floerecke nicht rentabel. Auf der Bürgerhaus-Homepage wurde die Anlage bereits aus dem Lageplan gestrichen.

Emmering – Ein Kurzschluss und modriger Geruch hatten 2019 die ersten Alarmzeichen ausgelöst. Bei einer näheren Untersuchung stellten Experten fest, dass beim Bürgerhaus-Bau in den 1970er-Jahren offenbar nicht ganz so sorgfältig gearbeitet wurde. Unter dem sogenannten schwimmenden Beton und den darunter liegenden Isolierungen wurden gravierende Mängel festgestellt. Die Mängelserie sei nach und nach entdeckt worden, sagt der Rathaus-Chef Stefan Floerecke (CSU). Schließlich musste die Kegelbahn stillgelegt werden.

Kosten für neue Bahn rentieren sich nicht

Die Chance für einen Neustart hält Floerecke für „sehr, sehr, sehr gering“. Um alles wieder picobello für die Kegler zu machen, schätzt er die Kosten auf weit über 100 000 Euro. Zu viel, um eine rentable Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen. Denn zum Gesamtumsatz von Bürgerhaus-Wirt Trong Binh Do trage die Kegelbahn nur einen verschwindend geringen Betrag bei, berichtet Floerecke.

Zumal das traditionelle Kegeln mittlerweile vom boomenden Bowling abgelöst wurde. Ein Trend, der erst vor wenigen Wochen mit der Eröffnung einer entsprechenden Anlage in Günzlhofen unterstrichen wurde. Dort wurde eine ehemalige Kegelbahn zur Bowling-Arena umgebaut.

Die Emmeringer Anlage wurde fast ausschließlich bei Kindergeburtstagen, Familienfeiern und Treffen unter Freunden genutzt. Möglichkeiten, um „Alle Neune“ im traditionellen Stil zu treffen, gibt es im Landkreis immer weniger.

In Fürstenfeldbruck ist Kegeln nach der Schließung des Badstüberls in der Amperoase und der Hasenheide-Gaststätte gar nicht mehr möglich. Im näheren Umkreis rollen die Kugeln noch in Landsberied (Dorfwirt), Mammendorf (Jahnstuben), Gernlinden (Sportheim) und Eichenau (Zur Tinny). In Puchheim befindet sich im Sportzentrum die größte Anlage der Region.

Zukunft für Kellerraum schon geplant

Über die Zukunft der Emmeringer Kegelbahn wird nun der Gemeinderat bis Mitte nächsten Jahres eine Entscheidung treffen müssen. Bürgermeister Floereckes Meinung ist schon mal klar: „Wirtschaftlich betrachtet, dürfen wir keine Kegelbahn mehr bauen.“ Wie der knapp 30 Meter lange schlauchförmige Raum im Bürgerhaus-Keller stattdessen genutzt werden kann, darüber haben sowohl Bürgermeister als auch Gastwirt Trong Binh Do schon eine klare Vorstellung: Ein Drittel kann als zusätzlicher, bewirtschafteter Vereinsraum gestaltet werden. Denn die zwei bereits bestehenden Räume sind stets gut belegt. Der Rest soll als Gastro-Lagerfläche genutzt werden. Davon hat Trong Binh Do – der erst im Januar den langjährigen Wirt Alfred Lehner abgelöst hat – ohnehin zu wenig.

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