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Ein begnadeter Sänger und Postdirektor aus Leidenschaft

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Von: Ulrike Osman

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Gerhard Compostellaverstarb mit 81 Jahren.

Er liebte die Musik, doch sein berufliches Leben widmete er der Elektro- und Nachrichtentechnik. Karriere machte Gerhard Compostella bei der Bundespost, wie sie damals noch hieß, bis hinauf zum Leitenden Direktor.

Emmering – Kürzlich ist der gebürtige Würzburger, der mehr als sein halbes Leben in Emmering daheim war, im Alter von 81 Jahren gestorben.

Der Vater Weinkaufmann, die Mutter Geschäftsführerin eines Feinkostgeschäfts – Gerhard Compostella wurde 1937 in eine Familie hineingeboren, die von Genuss und Kultur einiges verstand. Als die Entscheidung anstand, wohin der Sohn ins Gymnasium gehen sollte, fiel die Wahl auf Regensburg. Dort sang er als Sopran bei den Domspatzen und war als Elfjähriger bereits an Auftritten in Erlangen, Hof, Bamberg und München sowie an einer Aufnahme für den späteren Bayerischen Rundfunk beteiligt. Nach dem Stimmbruch wechselte der begabte Sänger zu den Bässen und blieb dem Chor treu, bis er 1956 sein Abitur machte.

Nach dem Studium an der Technischen Hochschule München wurde Gerhard Compostella Beamter bei der Bundespost und arbeitete ab 1963 beim Fernmeldeamt in Düsseldorf – sehr zur Freude seiner dort lebenden Schwiegereltern. Geheiratet hatte er Ehefrau Brigitte zwei Jahre zuvor. Die Kinder Marcus und Barbara kamen 1964 und 1965 auf die Welt.

So schön es am Rhein auch sein mochte, es zog die Familie zurück nach München. 1968 ging der Wunsch in Erfüllung: Compostella wurde zur Oberpostdirektion versetzt und sechs Jahre später zum Amtsleiter des Fernmeldeamts III befördert. Dort war er für 2400 Mitarbeiter verantwortlich – eine Herausforderung für den damals 35-Jährigen, aber auch sein Traumjob.

Seit 1972 lebte die Familie in Emmering. Gemeinsam mit seiner Frau schloss sich Gerhard Compostella dem Brucker Kirchenchor St. Magdalena an und war dort bis zum Ausscheiden des beliebten Chorleiters Roland Muhr einer der treuesten Sänger. Auch den Männergesangverein Emmering unterstützte er gelegentlich. Als Zuschauer saß er gern in Opernaufführungen überall auf der Welt, las gern und viel, genoss ein gutes Glas Wein und freute sich in seinem Ruhestand über sechs Enkelkinder.

Seine Parkinson-Erkrankung trug er mit Würde, obwohl sie ihm schließlich die Selbstständigkeit rauben sollte. Im BRK-Pflegeheim in Bruck verbrachte er seine letzten Lebensjahre. 

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