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In den Vereinen, im Hölzlstadion, an den Stammtischen – in ganz Emmering war Johann Högg bekannt und beliebt. Der Tod des Emmeringer Originals hinterlässt eine Lücke im Gemeindeleben.

Nachruf

Ein Emmeringer Original ist gestorben

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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In den Vereinen, im Hölzlstadion, an den Stammtischen – in ganz Emmering war Johann Högg bekannt und beliebt. Der Tod des Emmeringer Originals hinterlässt eine Lücke im Gemeindeleben.

Emmering – Dabei war Johann Högg, streng genommen, kein Einheimischer. 1964 kam Hans Högg aus seinem Geburtsort Maisach nach Emmering. Der von einem Bauernhof stammende, ausgebildete Landwirt heiratete in den Domini-Hof ein. Seine Frau Marianne, geborene Schmid, hatte er beim Tanz in Gernlinden kennengelernt. Högg packte jedoch nicht nur auf dem Hof der Schwiegereltern mit an, er war auch als Schichtarbeiter bei der Firma MAN beschäftigt.

Johann Högg starb mit 78 Jahren.

Das Jahr 1968 brachte einen gewaltigen Einschnitt für die Familie. Ein Blitzschlag traf den Stall, das Gebäude brannte ab. Dass die Flammen auf das unmittelbar angrenzende Wohnhaus übergriffen, konnte gerade noch verhindert werden.

Die Viehhaltung gab die Familie anschließend auf und beschränkte sich fortan auf den Ackerbau. Hans Högg wurde später Logistikmitarbeiter beim Flugzeugbauer Dornier in München-Neuaubing und blieb dort, bis das Werk im Jahr 1995 geschlossen wurde. Für ihn bedeutete das den Eintritt in den Vorruhestand.

An Arbeit mangelte es ihm nie. Als Landwirt übernahm er häufig für andere das Dreschen der Felder – Tag und Nacht saß er zur Erntezeit auf dem Mähdrescher. Im Winter räumte er im Auftrag der Gemeinde den Schnee von den Straßen. Wenn jemand mit einer Bitte um Hilfe an ihn herantrat, packte er immer zu.

„Ihm war keine Arbeit zu viel“, erzählt Sohn Manfred Högg. Sein Vater sei ein Mann fürs Grobe gewesen. „Er hat eher zum Hammer gegriffen als zum Skalpell.“

Ab den späten 1980er-Jahren war Hans Högg Inhaber des gleichnamigen Reisebüros mit Filialen in Fürstenfeldbruck, Olching, Dachau und Augsburg. Die Geschäftsführung hatten seine Kinder inne, auf deren Erfolg der Vater sehr stolz war.

Großes Fernweh plagte ihn zwar nie, doch mit seiner Frau ging er dennoch auf ein paar weite Reisen – nach Zypern, auf die Kanarischen Inseln und in die USA. „Aber eigentlich ist er nur gereist, um sich wieder auf daheim zu freuen“, sagt Sohn Manfred Högg. Zuhause war es einfach am schönsten.

Auf seinem herrlich gelegenen Grundstück an der Amper kümmerte sich Hans Högg hingebungsvoll um seinen Garten und lud gern Freunde zum Feiern ein – im Sommer zum Gartenfest, im Winter zum Schlachtfest mit Kesselfleisch im Gartenhäuschen. Als geselliger, gemütlicher Mensch engagierte er sich in zahllosen Vereinen. In den 1970er-Jahren gehörte er dem Vorstand des FC Emmering an. Er war aktiv bei der Feuerwehr, im Männergesangverein, bei den Veteranen, im Obst- und Gartenbauverein und bei der CSU. Die Verbindung zu seinem Geburtsort pflegte er unter anderem im Isidori-Verein Maisach, einer Gemeinschaft, die sich im Jahr 1775 ursprünglich als Beistandskasse für in Not geratene Bauern gegründet hatte und bis heute für landwirtschaftliche Themen und regionales Brauchtum einsetzt. Eine besondere Leidenschaft hatte Hans Högg fürs Kartenspielen. Bei Schafkopf- und Wattturnieren war er als unschlagbarer Gegner gefürchtet.

2016 verlor der dreifache Vater und vierfache Großvater seine Frau nach fast 52 Ehejahren. Den Tod seiner Marianne konnte er bis zuletzt nicht verkraften. Nun ist er ihr gefolgt. Hans Högg wurde 78 Jahre alt.

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