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Mittlerweile ein gewohntes Bild: Das Feuerwehrgerätehaus an der Amperstraße wartet auf den Abriss. Seit Herbst, als das Foto entstand, hat sich nicht viel geändert.

Emmering

Asbest: Abriss der Feuerwache verzögert sich

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Das alte Feuerwehrhaus in Emmering sollte längst abgerissen sein. Doch dann wurde Asbest gefunden. Jetzt verzögert sich alles – und wird viel teurer.

Emmering Eigentlich sollte vom Feuerwehrgerätehaus an der Amperstraße nichts mehr übrig sein – der Abbruch des Gebäudes war für Herbst 2019 geplant. Doch bei Voruntersuchungen wurden Spuren von Asbest gefunden. Jetzt hofft man in der Verwaltung, dass die alte Wache trotzdem bald dem Erdboden gleich gemacht werden kann – denn im Frühjahr will man mit dem Neubau des Feuerwehrhauses starten. Die Ehrenamtlichen sind seit Anfang Oktober 2019 für zwei Jahre provisorisch in einer Halle auf dem Hof des Landwirts und CSU-Gemeinderatsmitglieds Hans Weiß untergebracht.

Entsorgung wird teurer

Der Gemeindeverwaltung bekannt wurde das Problem mit dem Asbest bereits im vergangenen Jahr. „Es gab glücklicherweise keine so großflächige Belastung, wie man anfangs vermutet hatte“, sagt Verwaltungschef Markus Pree auf Tagblatt-Nachfrage. Aber das giftige Material wurde in den 1970er-Jahren in vielen Baustoffen verwendet, wie beispielsweise in Fließenklebern. Deshalb wird nun die Entsorgung des Bauschutts nicht nur zeitaufwendiger, sondern auch teurer.

Mit welchen Mehrkosten zu rechnen ist, sollte eine Untersuchung zeigen. Doch da die Gutachter bei ihrer Berechnung die höchstmöglichen Schutzmaßnahmen einplanten – unter anderem eine komplette Einhausung des Gebäudes mit Luftschleusen – stieg die Kostenschätzung enorm an. „Wir haben dann eine zweite Untersuchung beauftragt, mit der Vorgabe, eine kostengünstigere Variante zu entwickeln“, erklärt Pree.

Mit dieser ist man nun im Rathaus zufrieden und hat sie zur finalen Abnahme an das Gewerbeaufsichtsamt weitergeleitet. „Wir hoffen, dass wir in den nächsten Wochen das Okay von der Behörde bekommen werden“, sagt der Verwaltungschef. Dann kann die Gemeinde an die Abbruchfirma herantreten und bekommt einen Kostenvoranschlag. Eine Ausschreibung für ein neues Abrissunternehmen brauche es aber nicht, so Pree.

Was die gesonderte Entsorgung des mit Asbest belasteten Materials kosten wird, kann der Verwaltungschef noch nicht sagen. Sie werde sich wohl im vier- bis fünfstelligen Bereich bewegen. Falls er eine Genehmigung seitens der Gemeinderatsmitglieder braucht, sollte es schnell gehen: „Man könnte einen Sonderausschuss dazu einberufen. Der darf über Summen bis zu 40 000 Euro entscheiden.“

Glücklich ist er über die Verzögerung freilich nicht. Pree sagt aber: „Dadurch, dass wir keinen Keller bauen, haben wir uns ohnehin Zeit gespart.“ Und ein Zurück gebe es sowieso nicht mehr: Die Ausschreibungen für den Bau des neuen Feuerwehrhauses laufen bereits.

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