Inspizieren die Baustelle (v.l.): Kommandant Robert Klement, Bürgermeister Stefan Floerecke und Feuerwehrvereins-Chef Anton Schwarz. 
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Inspizieren die Baustelle (v.l.): Kommandant Robert Klement, Bürgermeister Stefan Floerecke und Feuerwehrvereins-Chef Anton Schwarz. 

Emmering

Ein Besuch auf der Feuerwehr-Baustelle

  • Lisa Fischer
    vonLisa Fischer
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In der Emmeringer Amperstraße, schräg gegenüber des Rathauses, laufen die Bauarbeiten für das neue Feuerwehrhaus auf Hochtouren. Besonders freuen sich Kommandant und Vereinsvorsitzender über zwei Highlights. Im Zeit- und Kostenplan ist das Projekt aber nicht mehr.

Emmering – Wer an der roten Ampel in der Amperstraße auf Höhe des alten Feuerwehrgerätehauses wartet, kann schnell einen Blick auf den neuen, grauen Beton-Rohbau werfen. Dieser ragt schon einige Meter in die Höhe. Es ist der vordere Teil des neuen Feuerwehrhauses. Derzeit wird am ersten Stock gebaut. Im Obergeschoss soll ein „Stüberl“ entstehen, das auch als Schulungsraum beziehungsweise Jugendraum angedacht ist, erklärt Bürgermeister Stefan Floerecke bei einem Rundgang über die Baustelle. „Im Erdgeschoss werden die Einsatzzentrale und das Vereinsbüro Platz finden.“

Toiletten, Duschen und Technik

Hinter dem Bau, parallel zur Amper, kann man die Grundmauern eines weiteren Gebäudeteils erkennen. Hier wird fleißig am Erdgeschoss gewerkelt. Umkleiden, Duschen und Toiletten sind dort vorgesehen, berichtet Floerecke. Im ersten Stock wird die Technik wie Serverraum, Heizung und Lüftung einziehen.

Highlights: Werkstatt und Übungsturm

Im neuen Haus wird es zwei Highlights geben, über die sich Kommandant Robert Klement und der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Anton Schwarz besonders freuen. „Wir werden mit dem Neubau eine Werkstatt zur Pflege der Atemschutzgeräte erhalten“, erklärt der Kommandant. Dort können das Equipment desinfiziert und Sauerstoffflaschen aufgefüllt werden. Außerdem wird hinter dem Gebäude, Richtung Amper, ein sechs bis acht Meter hoher Übungsturm entstehen. „Dort sind viele Übungsszenarios möglich, wie Schachtrettung oder das richtige Abseilen“, so Klement.

Fahrzeughalle mit sechs Spuren

In der Mitte des Baugrundstücks klafft momentan noch eine große freie Lücke. „Hier wird die Fahrzeughalle entstehen“, erklärt Floerecke. Nebeneinander werden fünf Fahrzeuge auf fünf Fahrspuren Platz finden, die sechste Fahrspur ist die Waschstraße.

Im zweiten Stock des Gebäudes sind zwei Wohnungen geplant. Wer diese bezieht, ist laut dem Rathauschef noch nicht geklärt. „Wünschenswert wäre, wenn Mitglieder der Feuerwehr einziehen könnten.“ Letztendlich treffe der Gemeinderat aber die Entscheidung über die Bewerbungen.

Über ein Jahr noch sind die Feuerwehrleute in einem Provisorium in der Schwabenbergstraße untergebracht. „Darüber dürfen wir nicht jammern“, sagt Kommandant Klement. „Wir sind zufrieden mit dem Neubau. Das Wichtigste ist, dass das Haus die nächsten 50 Jahre steht.“

Die Unterbringung sei von der Gemeinde gut organisiert, meint Vereinsvorsitzender Schwarz. „Wir haben sogar einen Vereinsraum im Alten Schulhaus bekommen. Nur leider können wir diesen gar nicht nutzen, da Treffen wegen der Corona-Pandemie untersagt sind.“

Böse Überraschung beim Abriss

Im Zeitplan liegt man beim Bau des neuen Feuerwehrhauses allerdings nicht mehr, sagt Bürgermeister Floerecke. Angedacht war, dass das Gebäude im März 2022 fertig wird – nun plant man mit Ende 2022. Grund für die Verzögerung ist vor allem eine größere Menge Asbest, die bei den Abrissarbeiten des alten Feuerwehrgerätehauses gefunden worden ist. Das Material musste aufwendig entsorgt werden.

Auch die geplanten Kosten von 4,5 Millionen Euro können nicht gehalten werden. „Mittlerweile rechnet die Gemeinde mit 6,5 Millionen Euro“, erklärt Floerecke. Deutlich die Kosten in die Höhe getrieben habe die notwendige Umgestaltung des Umfelds. So muss neben der Seitenstraße Bachwörth auch der Gehweg entlang der Amperstraße teilweise erneuert werden. Außerdem muss die Ampel versetzt werden. Denn dort, wo sie derzeit steht, werden später die Einsatzfahrzeuge ein- und ausfahren.

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