Ein Bild aus alten Tagen: Das kostenintensive Projekt „Bürgerhausvorplatz“ wird zur Jahresmitte fertig. ARCHIVFOTO: WEBER
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Ein Bild aus alten Tagen: Das kostenintensive Projekt „Bürgerhausvorplatz“ wird zur Jahresmitte fertig.

Emmering

Gewerbesteuer: Rund eine Million Euro weniger Einnahmen

  • Lisa Fischer
    vonLisa Fischer
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Emmering – Wegen Corona sind auch in Emmering die Einnahmen bei Gewerbe- und Einkommenssteuer eingebrochen. Teilweise wurde rund eine Million Euro weniger eingenommen als geplant. Doch die gute Nachricht ist, dass die Kommune weiterhin schuldenfrei bleibt. „Das Ergebnis ist besser als erwartet, trotz des schlechten Jahres“, sagt Kämmerer Alexander Genter.

Trotz allem sei im aktuellen Haushalt kaum Spielraum vorhanden. Bei der Finanzplanung konzentrierte man sich auf dringend notwendige Vorhaben. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses wurde der Haushaltsplan mit großer Mehrheit angenommen.

Die beiden kostenintensivsten Projekte sind heuer das Feuerwehrgerätehaus und der Bürgerhausvorplatz. Für letzteres wurden insgesamt 1,8 Millionen Euro auf die Haushalte 2020 und 2021 verteilt. Laut Kämmerer wird der Bürgerhausvorplatz pünktlich zur Jahreshälfte fertig.

Auch der Neubau des Feuerwehrgerätehauses läuft ohne Verzögerung weiter und soll bis Mitte 2022 fertig werden. Für das Bauprojekt werden insgesamt 6,5 Millionen Euro fällig – inklusive Straße und Umfeld vor Ort.

Insgesamt beträgt das Volumen des Verwaltungshaushaltes rund 13,53 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt rund 6,64 Millionen Euro. Die Zuführung sei mit rund 9000 Euro sehr gering. „Das habe ich als Kämmerer von Emmering in den letzten zehn Jahren nicht erlebt.“ Im Vergleich: 2020 wurden rund 700 000 Euro Zuführung eingeplant, die in der Jahresrechnung sogar übertroffen wurden. Als Grund für den niedrigen „Überschuss“ des Verwaltungshauses nennt Genter die gestiegenen Ausgaben, Erhöhung der Kreisumlage sowie einen Rückgang an Steuereinnahmen.

Große Unterschiede gegenüber dem Vorjahr gibt es bei den Einnahmen aus der Gewerbe- sowie Einkommenssteuer. 2020 wurde mit Einnahmen in Höhe von 5,3 Millionen Euro bei der Einkommenssteuer gerechnet. Tatsächlich waren die Einnahmen im Corona-gebeutelten Jahr jedoch 4 962 825 Euro. Für 2021 sind die Einnahmen aus der Einkommenssteuer nun mit 5,1 Millionen Euro angesetzt.

Auch bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer war die Differenz zwischen erwarteten und tatsächlichen Einnahmen groß: Die Gemeinde rechnete 2020 mit 2,7 Millionen Euro – die Gewerbesteuer-Einnahmen beliefen sich aber auf rund eine Million Euro weniger. Für das aktuelle Haushaltsjahr werden die erwarteten Einnahmen der Gewerbesteuer auf 2,2 Millionen Euro heruntergeschraubt. Wenn alles gut läuft, wolle man in diesem Punkt – wie auch in der gesamten Finanzplanung – in fünf Jahren wieder auf dem Stand von 2020 sein, erklärt Kämmerer Genter.

Die Umlagekraft der Gemeinde ist von 1181 Euro je Einwohner (2020) auf 1174 Euro zurückgegangen. Die Kreisumlage ist mit 3,85 Millionen Euro jedoch „weiterhin steigend“, so Genter. Das hänge vor allem mit den steigenden Ausgaben des Landkreises zusammen.

Der Emmeringer Kämmerer appelliert an die Bürger, dass in diesen Zeiten nicht alles geboten werden kann, was bisher möglich schien. Man müsse Anforderungen herunterschrauben und positiv auf das Jahr 2022 schauen. Nach der Absegnung im Hauptausschuss wird der Haushalt 2021 nun dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt.

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