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Emmering hat wieder einen Metzger

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Von: Peter Loder

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Adrian Klobeck (28) ist Nachfolger eines in Weilheim seit 100 Jahren ansässigen Familienbetriebs.
Adrian Klobeck (28) ist Nachfolger eines in Weilheim seit 100 Jahren ansässigen Familienbetriebs. © privat

Gute Nachrichten für Emmering: Nach achtjähriger Flaute macht demnächst wieder ein Metzger auf. Derweil ist aber weiter unklar, ob für das Zentrum ein Supermarkt-Betreiber zu finden ist. Aktuell sieht es schlecht aus.

Emmering – Die Supermarkt-Frage ist offen. Dafür soll demnächst ein Metzger öffnen, und zwar in den Räumen der seit acht Jahren geschlossenen Metzgerei Fuchsbichler. Inhaber Günther Nagl und seine Ehefrau Helmi werden demnächst ihre Heimatgemeinde verlassen und haben für das Gebäude einen neuen Betreiber gefunden: Adrian Klobeck. Der 28-Jährige stammt aus einem Weilheimer Familienbetrieb.

In Emmering will er alles neu einrichten, was angesichts der aktuellen Lieferschwierigkeiten Geduld erfordert. Dass in Emmerings Mitte ein Supermarkt als Magnet fehlt, ist ihm nicht entgangen. Daher will er mit den beiden benachbarten Bäckereien sprechen, um vorübergehend das Sortiment etwas zu erweitern.

Vor vier Monaten wurde der Nahkauf-Supermarkt geschlossen – der Pachtvertrag mit dem Betreiber war ausgelaufen. Die verbliebenen Geschäftsbesitzer in der Ortsmitte machen seitdem weniger Umsatz – es sei viel zu wenig los, heißt es. Auch die Inhaberin des Wohn- und Geschäftskomplexes, in dem der Nahkauf untergebracht war, wünscht sich dort wieder einen Supermarkt. Hannelore Rothhammer lebt zwar mittlerweile nicht mehr in Emmering, ist aber regelmäßig vor Ort. Und wird oft auf der Straße angesprochen – „nicht immer freundlich“, wie sie sagt.

„Viele meinen, ich wäre schuld an den Umständen, ohne die wahren Hintergründe zu kennen.“ Darüber sprechen will sie zwar nicht, bekräftigt aber: „Ich tue wirklich alles Menschenmögliche, um einen neuen Pächter für eine Supermarkt-ähnliche Versorgung der Menschen zu finden. Doch das ist nicht so leicht.“ Aktueller Stand: „Keine Interessenten, keine Gespräche, nichts.“ Nur eines könne sie versprechen: Spielhölle oder Fitnesstempel, wie es in Gerüchten schon hieß, „werden garantiert nicht reinkommen“.

Apothekerin Simone Kazmeier, die den seit 49 Jahren existierenden Betrieb ihrer Eltern übernommen hat, empfindet „den ganzen Ort wie ausgestorben“. Sie weiß aus Gesprächen mit der Kundschaft, dass die Leute sauer seien wegen der Supermarkt-Schließung. Vor allem für Ältere sei dieser Zustand nicht tragbar.

Bürgermeister Stefan Floerecke (CSU) hatte den Rewe mit davor haltendem Linienbus angepriesen. Doch Ulrike Maier widerspricht. Die Optikerin betreibt in der Hauptstraße ein Brillengeschäft und sagt: „Wie sollen ältere Menschen, die teilweise mit einem Rollator unterwegs sind, in den Bus rein und raus kommen? Und dann fehlt an den Haltestellen bei Regen ein überdachtes Wartehäuschen.“

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