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Wald als Bremse des Klimawandels

Bürgerversammlung in Emmering

Klimaschutz: Mehrheit lehnt Antrag der Grünen ab

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Es hätte ein ruhiger Abend werden können für Emmerings Bürgermeister Michael Schanderl (FW). Es war seine letzte Bürgerversammlung als Rathauschef. Doch ein Vertreter des neugegründeten Grünen-Ortsverbands brachte den 55-Jährigen in der abschließenden Diskussionsrunde noch einmal ins Schwitzen.

Emmering – Herbert Groß – der schon zwölf Jahre im Fürstenfeldbrucker Stadtrat saß – begann mit dem Schlagwort Klimawandel seine Frage an den Rathauschef. „Was macht die Gemeinde dagegen? Gibt es konkrete Ziele bis 2030, eine klimaneutrale Gemeinde zu werden?“, wollte Groß wissen. Er wünsche sich, dass sich der Gemeinderat mit diesem Thema befasse.

Schanderl zählte die vielen Maßnahmen zum Schutz der Umwelt auf, die schon angegangen worden sind. „Wir waren beispielsweise die ersten im Landkreis, die auf ihren öffentlichen Gebäuden Photovoltaikanlagen installiert haben.“ Von einem konkreten Beschluss, 2030 klimaneutral sein zu wollen, hält Schanderl aber nichts. Der Landkreis habe sich das auch vorgenommen und werde daran scheitern: „Wir brauchen keinen Beschluss. Wir machen es einfach“, betonte er.

Diese Aussage genügte Groß aber nicht. Er hakte nach. „Wir sind auch in Emmering meilenweit davon entfernt, klimaneutral zu werden.“ Ziele müssten festgelegt und konsequent verfolgt werden, forderte Herbert Groß.

Es liege aber nicht nur an der Gemeinde, solche Ziele zu erreichen, sondern auch an den Bürgern, war Schanderls Antwort darauf. Dann müsse man den Bürgern halt vorschreiben, wie sie klimaneutral werden können, beispielsweise mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach oder umweltfreundlichen Heizanlagen, meldete sich ein anderer Zuhörer zu Wort.

Zwischenrufe wie „Das ist keine Grünen-Wahlkampfveranstaltung“ übertönten Schanderls Erklärungsversuche. Vielleicht war es die aufkeimende Unruhe, die den Rathauschef dann zur Aussage trieb: „2030 klimaneutral zu sein, ist völlig utopisch.“

Um die Diskussion zu beenden, fragte der Bürgermeister dann Groß, ob er abstimmen lassen wolle, dass sich der Gemeinderat mit seiner Forderung beschäftigen soll. Groß wollte die Abstimmung. Lediglich 17 Hände reckten sich für seinen Antrag in die Höhe. Damit war er im voll besetzten Bürgerhaus klar in der Unterzahl. Danach kehrte wieder Ruhe ein.

Am Ende gab es Balsam für die strapazierte Bürgermeisterseele, als Michael Schanderls Parteikollegin Beatrix Obst sich bei ihm für 18 Jahre gute Arbeit bedankte. „Wir sind gespannt, wer nächstes Jahr über unsere Gemeinde berichten wird“, sagte sie. 

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