Junges Mädchen als Opfer von häuslicher Gewalt
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Die Frau versuchte, die Depressionen zu bekämpfen.

Bub kann mit blutender Wunde fliehen

Aus Verzweiflung? Mutter attackiert Sohn mit Beil - sie kämpfte offenbar gegen schwerste Depressionen

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Eine Mutter (50) würgte ihren 13-jährigen Sohn und ging mit einem Beil auf ihn los. Im Prozess haben nun am zweiten Verhandlungstag die Geschwister der Angeklagten ausgesagt.

Emmering –  Die schreckliche Tat ereignete sich an einem Januarmorgen gegen 6.30 Uhr. Die Frau hatte abgewartet, bis ihr Mann aus dem Haus war. Dann würgte sie ihren schlafenden Buben, schlug mit einem Beil auf den Hinterkopf. Dem 13-Jährigen gelang es, aus dem Haus zu fliehen. Nur mit einem Pyjama bekleidet und barfuß rannte er über die Straße. Das bestätigte ein 33-jähriger Software-Projektleiter vor Gericht, der sich damals auf dem Weg zur Arbeit befand. Dem Kind folgte eine Frau in einem Blut verschmierten Nachtkleid. Als der Bub die Straßenseite wechselte, drehte sie sich um, warf ein Paar Winterhandschuhe weg und lief davon. Der 33-Jährige setzte einen Notruf ab und hüllte den Buben in seine Jacke ein. Am Kopf hatte dieser eine stark blutende Wunde.

Emmering: Mutter attackiert Sohn mit Beil: Folge schwerster Depressionen?

Möglicherweise geschah die Tat als Folge schwerster Depressionen. Die hatte die Angeklagte vergeblich versucht zu bekämpfen. Das berichtete ihre Schwester (46) als Zeugin. „Sie hat alles probiert, Klinik, Therapie, Medikamente“, erzählte die Frau. Der Grund für die psychischen Belastungen lag wohl in der schwierigen Familiensituation. Es gab Belästigungen durch den Vater, auch sexueller Art. „Bestimmte Bereiche unseres Lebens sind sehr traumatisch“, sagte die 46-Jährige.

Am Tag vor der Tat hatte sie noch mit der Angeklagten telefoniert. „Sie wirkte positiv“, erinnerte sich die Schwester. Demnach stand ein Termin beim Amtsarzt bevor. Die 50-Jährige wollte einen Versuch starten, wieder in den Schuldienst zurückzukehren. Mit ihrem Mann habe sie das Gespräch geübt, schilderte die Zeugin. Vielleicht gelangte sie in der darauffolgenden Nacht zu der Erkenntnis, dass sie doch nicht würde arbeiten können, und plante deshalb einen Mitnahmesuizid.

Nach Attacke mit Beil in Emmering: Sohn kommt nach Tat körperlich ganz gut zurecht 

Wie es dem Sohn heute geht, vermochten Tante und Onkel nicht genau einzuschätzen. Er komme ganz gut zurecht, körperlich habe er keine Probleme. Der Richter erlaubte Mutter und Sohn eine Umarmung, was beiden sehr gut getan haben soll. Der Prozess dauert an. Erstmals war auch die Öffentlichkeit zugelassen.

wal

Schreckliche Szenen ereigneten sich auch in Fürstenfeldbruck, wo ein Vater im vergangenen Jahr auf seine Kinder einstach. Er stand ebenfalls vor Gericht, berichtet tz.de*. Im oberbayerischen Reischach spielte sich ebenfalls ein Familiendrama ab. Für das Opfer kam jede Hilfe zu spät. 

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.  

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