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Aufregung in Emmering: Nahkauf in Ortsmitte vor dem Aus

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Von: Peter Loder

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Der Nahkauf in Emmering.
Der Nahkauf in Emmering. © Weber

Ein Transparent mit der Aufschrift „Ladenfläche zu vermieten“ sorgt in Emmering für helle Aufregung. Der Schriftzug prangt über dem Eingang des Nahkauf-Supermarkts an der Hauptstraße und kündigt die offenbar bevorstehende Schließung der einzig noch im Ortszentrum verbliebenen Einkaufsmöglichkeit für Lebensmittel an.

Emmering – Tatsächlich wird das Objekt bereits im Internetportal Immobilienscout24.de mit dem Slogan „Schöne Ladenfläche im Herzen von Emmering“ angeboten. Als frühester Anmiet-Termin wird dort der 1. Juni 2022 genannt.

Doch so richtig raus rücken mit der Sprache wollen weder der aktuelle Pächter noch die Eigentümerfamilie. Wegen laufender Verhandlungen halten sich alle Beteiligten bedeckt. Die Vermieterin erklärte gegenüber dem Tagblatt zumindest, dass sie „sehr interessiert“ daran sei, wenn auch künftig ein Lebensmittelhändler in dem 646 Quadratmeter großen Räumen angesiedelt wäre. Aber es gebe noch „andere Sachen, die super in die Hauptstraße passen würden“. Bis Ende Januar kündigt die Eigentümerfamilie eine Entscheidung an.

Die zum Rewe-Konzern gehörende Nahkauf-Gruppe hat auf die Entwicklung am Emmeringer Standort keinen Einfluss. „Wir liefern lediglich die Ware, alles andere ist Sache des dort selbstständigen Kaufmanns,“ erklärte Pressesprecherin Rosmarie Anthofer auf Tagblatt-Anfrage. Der Gebäudekomplex mit Wohn-, Praxis- sowie Geschäftsräumen an der Hauptstraße wurde Anfang der 1980er-Jahren erstellt und befindet sich in Familienbesitz. Vor allem die ältere Bevölkerungsgruppe im nördlich der Amper gelegenen (im Volksmund Dürr-Emmering genannten) Ortsteil würde der Verlust der einzigen Einkaufsmöglichkeit schwer treffen und infrastrukturelle Probleme auslösen.

Zwar gibt es im südlichen Fett-Emmering einen Rewe-Supermarkt und auch einige Discounter im benachbarten Fürstenfeldbruck sind innerhalb von drei Kilometern erreichbar, das Ortszentrum würde aber einen auch für die übrigen Geschäfte wichtigen Kunden-Knotenpunkt verlieren. Zumal sich im Nahkauf die einzige Postfiliale am Ort befindet.

Deshalb hat die Hiobsbotschaft auch das Emmeringer Rathaus aufgeschreckt, wo bis zur Tagblatt-Anfrage keiner etwas von der Entwicklung geahnt hat. 3. Bürgermeister Werner Öl (CSU), der für seinen urlaubenden Parteikollegen und Rathaus-Chef Stefan Floerecke die Stellung hält, bezeichnet es als „unser grundlegendes Interesse, dass die Nahversorgung der Bevölkerung gesichert bleibt“. Öl betrachtet es als „zwingend notwendig“, dass die Gemeinde umgehend mit der Vermieterin in Kontakt trete.

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