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Richtfest unter erschwerten Bedingungen

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Von: Tobias Gehre

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Noch wird am Feuerwehrhaus in Emmering fleißig gewerkelt. Am Dienstag wurde an dem Projekt an der Amperstraße Richtfest gefeiert. 	fotos: gehre
Noch wird am Feuerwehrhaus in Emmering fleißig gewerkelt. Am Dienstag wurde an dem Projekt an der Amperstraße Richtfest gefeiert. © Gehre

Seit gut einem Jahr wird am neuen Emmeringer Feuerwehrhaus gebaut. Mit dem Richtfest hat das Millionenprojekt jetzt eine wichtige Etappe genommen. Dabei wurde auch klar: Corona und die weltweiten Lieferengpässe erschweren den Bau ungemein.

Emmering – Das Zerdeppern eines Glases gehört beim Richtfest zur Tradition. Doch die Flasche, die der Zimmerer vom Gerüst warf, wollte einfach nicht zerbrechen. Die kleine Panne beim Richtfest steht stellvertretend für die vielen Herausforderungen, die der Bau des Emmeringer Feuerwehrhauses mitten in der Pandemie zu bewältigen hatte. Architekt Stefan Schrammel berichtete von Lieferengpässen und Materialknappheit. Oft seien es fehlende Cent-Artikel, die alles über den Haufen werfen. „Die Planbarkeit ist nicht gegeben“, so der Architekt. „So etwas hätten wir uns nie vorstellen können.“ Um so glücklicher sei er, dass der Bau dennoch zügig voranschreite.

Die Corona-Pandemie war es auch, die das Richtfest auf die Ansprachen von Zimmerer, Architekt und Bürgermeister zusammenschmelzen ließ. Rathaus-Chef Stefan Floerecke ließ den Projektfortschritt kurz Revue passieren. So wurde bereits der im September 2019 begonnene Abriss verzögert, weil im alten Gebäude Asbest entdeckt worden war. Der Grundstein für den Neubau wurde am 20. Oktober 2020 gelegt. Seitdem wird auf dem rund 2700 Quadratmeter großen Areal an der Amperstraße gewerkelt. Das Gebäude hat etwa 1200 Quadratmeter Nutzfläche – aufgeteilt auf die Halle für die Feuerwehrfahrzeuge und einen Kopfbau, in dem unter anderem zwei Wohnungen untergebracht sind.

Die Schnapsflasche, die der Zimmerer beim Richtspruch vom Dach warf, zerbrach nicht. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen.
Die Schnapsflasche, die der Zimmerer beim Richtspruch vom Dach warf, zerbrach nicht. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen. © Gehre

Das Gebäude bekommt zudem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Allerdings nicht die Maximalvariante, wie von Grünen, SPD und Freien Wählern im Gemeinderat gefordert. Die Fraktionen hatten beantragt, eine 37kWp-Anlage zu installieren. Geplant ist momentan aber nur ein Sonnenkraftwerk mit zehn kWp. Allerdings soll die Anlage so installiert werden, dass sie später noch erweitert werden kann.

Mit der kleineren Variante will die Gemeinde Kosten senken. Denn die sind ohnehin im Lauf des Baus immer weiter gestiegen – vor allem wegen der Folgen der Corona-Krise. Waren ursprünglich 5,5 Millionen Euro angesetzt, liegt die momentane Planung bei etwa 6,8 Millionen Euro.

Dafür bekommen die Emmeringer Brandbekämpfer auch einiges geboten. So wird etwa eine Werkstatt zur Pflege der Atemschutzgeräte eingerichtet. Außerdem erhält das Gebäude einen kleinen Übungsturm für die Retter. In der Fahrzeughalle ist Platz für fünf Feuerwehrautos.

Und auch die Emmeringer Bevölkerung darf sich laut Architekt Schrammel freuen – über ein „gelungenes Gebäude“. Die schwarze Fassade bilde einen schönen Kontrast zum weiß gestrichenen Rathaus schräg gegenüber, so der Architekt. „Eine städtebauliche Bereicherung.“

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