Engagieren sich: (hinten v.l.) Lucja Kiwus, die frühere Rektorin Margarete Richter, Rektorin Eva-Maria Gru ber, Roger Anders, Sandra Salerno, Johannes Beck, (vorne v.l.) Wolfgang Brandl, Thorsten Lemke, Heinz Kowalewski, Margit Leukhart und Gregor Magnus.

Emmering

Sie wollen die Schule in die Zukunft führen

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Die klassische Tafel soll stehen bleiben. Trotzdem will die neue Rektorin Eva-Maria Gruber die Emmeringer Grund- und Mittelschule in die digitale Zukunft führen. Sie stellte sich und ihre Pläne im Gemeinderat vor. Dabei ging es auch um den Erhalt der Mittelschule und die Schulsozialarbeit.

Emmering – Eva-Maria Gruber ist seit September im Amt. Sie bedankte sich im Gemeinderat für die bisherige gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Rathaus. So sei die digitale Ausstattung der Mittelschule gut umgesetzt worden. Jetzt gehe es darum, in der Grundschule nachzuziehen. Sie wolle aber die analogen Möglichkeiten in der Schule erhalten: Tafeln beispielsweise würden auf keinen Fall aus den Klassenzimmern entfernt werden.

Als ihr Sorgenkind bezeichnete Eva-Maria Gruber die Mittelschule. Durch die hohen Übertrittsquoten an Realschule oder Gymnasium würden nur wenige Kinder in der Mittelschule bleiben. Die Klassenstärke beträgt 18 bis 20 Schüler. Als Grund dafür sieht die Rektorin den gesellschaftlichen Druck. Koste es, was es wolle, die Kinder müssten auf die Realschule oder aufs Gymnasium.

„Wenn fünf, sechs Schüler aus der sechsten Klasse dann noch in den M-Zweig an die Schule Nord in Bruck wechseln, um die Mittlere Reife zu machen, und die Schülerzahl unter 15 fällt, bricht die siebte Klasse weg.“ So geschehen in diesem Jahr, wo die zwölf übriggeblieben Schüler auf die Schulen Nord und Bruck-West verteilt werden mussten.

Nachdem die Emmeringer Schule einen Verbund mit den Schulen Nord und West sowie Türkenfeld bildet, haben die Eltern die Wahl, auf welche Schule sie ihre Kinder schicken. Vielleicht könnte man einigen Eltern, die mit ihren Kindern zwischen Bruck und Emmering leben, vermitteln, ihre Kinder nach Emmering zu schicken. „Wenn wir fünf, sechs Schüler für die fünfte Klasse mehr hätten, dann würde uns das Schicksal vielleicht nicht so schnell ereilen“, hofft Eva-Maria Gruber.

„Es muss nicht immer die FOS sein, die Realschule oder das Gymnasium“, meint Gruber. „Es gibt andere, teilweise erfolgreichere Wege.“ Sie werbe für die Mittelschule und im Anschluss für eine Ausbildung. Daher gebe es im Februar eine Informationsveranstaltung mit Betrieben.

Die Rektorin wünscht sich für ihre Schule einen Jugendsozialarbeiter. Denn die Emmering zugeteilte Schulpsychologin hat mehrere Schulen zu betreuen und ist nur einmal in der Woche da. Der Bedarf sei dringender denn je, so Gruber. Die Schule habe die Stelle schon vor längerer Zeit beantragt. Leider sind die Gelder dafür „eingefroren“.

Förderverein zieht positive Bilanz seines ersten Jahres

Seit einem Jahr ist der Förderverein der Schulen Emmering aktiv. In der Jahresversammlung wurde deshalb auch zurückgeblickt. Gregor Magnus (Vorsitzender), Miriam Böhnke (2. Vorsitzende) und Thorsten Lemke (Kassier) freuten sich, dass viele Projekte unterstützt werden konnten. Finanziert wurde dies aus Mitgliedsbeiträgen, dem Verkauf von Getränken bei Schulveranstaltungen und vor allem aus Spenden. Die Satzung des Vereins sieht vor, den Schulbetrieb finanziell und ideell sowie finanziell schlechter gestellte Schüler zu unterstützen. Daneben wurden gefördert: die Schülerzeitung, die Ersthelfer, ein Tanzworkshop, eine Hebamme für den Aufklärungsunterricht der 4. Klassen und ein Mathe-Wettbewerb. Für die Zukunft hat sich der Förderverein in enger Abstimmung mit der neuen Schulleiterin Eva-Maria Gruber sowie dem neu gewählten Elternbeirat einiges vorgenommen. Die Projektarbeit soll fortgeführt werden. 

Darüber hinaus strebt der Verein die Anstellung eines so genannten Bufdis an (Bundesfreiwilligendienst). Zudem wird aktuell eine preisgekrönte Workshop-Reihe mit dem Namen „My Fertility Matters“ (MFM) an der Schule etabliert. Dieses sexualpädagogische Programm unterstützt Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in und durch die Pubertät. Der Förderverein übernimmt einen Großteil der Kosten. Und schließlich will der Verein mit einem Nachhilfeinstitut zusammenarbeiten, um Mittelschülern günstige Vorbereitungskurse für den qualifizierenden Schulabschluss anbieten zu können. Zur Finanzierung wird eine Steigerung der Einnahmen angestrebt. Es sollen mehr Mitglieder geworben werden, vor allem Firmenmitgliedschaften. Aktuell wird der Verein von knapp 40 Mitgliedern unterstützt. Der Verein will sich bei einem öffentlichen Schul-Sommerfest am 26. Juni 2020 präsentieren

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