Begrünte Innenhöfe, Spielplätze und kleine eigene Gärten: Alle Generationen sollen sich auf dem Gelände wohlfühlen. Visualisierung: GOERGENS, MIKLAUTZ, PARTNER
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Begrünte Innenhöfe, Spielplätze und kleine eigene Gärten: Alle Generationen sollen sich auf dem Gelände wohlfühlen.

Emmering

Bis zu 92 Wohnungen: So wird das Amperpark-Areal bebaut

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
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Auf dem Gelände des Amperparks sollen verteilt auf acht Gebäude bis zu 92 Wohnungen entstehen. Die Planungen für Emmerings größtes Wohnbauvorhaben sind jetzt zwei weitere Schritte vorangekommen.

Emmering – Erneut waren Vertreter der Demos Wohnbau GmbH und des Architekturbüros Goergens, Miklautz und Partner in den Gemeinderat gekommen, um dort den neuesten Planungsstand des Wohnbauprojekts vorzustellen. Und was sie den Ratsmitgliedern präsentierten, stieß fraktionsübergreifend auf großes Wohlwollen. „Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg“, fasste Bürgermeister Stefan Floerecke (CSU) zusammen. Ging es in der Vergangenheit darum, wie groß die Baukörper auf dem Areal werden dürfen und wie sie angeordnet werden sollen, standen am Mittwochabend zwei andere Punkte auf der Tagesordnung.

Ein zweiter Rettungsweg

Zum einen wurde die Frage behandelt, wie der Brandschutz in den beiden dreigeschossig geplanten Gebäuden sichergestellt werden kann – insbesondere die Schaffung eines zweiten Rettungswegs für die Dachgeschosse. Zum anderen stellten die Planer erstmals architektonische Details vor und hofften dazu auf Rückmeldung von den Ratsmitgliedern. „Nicht, dass wir mit unseren Vorstellungen auf dem Holzweg sind“, sagte Christian Weigl vom Architekturbüro.

Das Thema Brandschutz war schnell erledigt. Die Planer hatten dazu mehrere Varianten vorgestellt. Eine davon fiel sofort durch, weil hierzu ein Feuerwehrfahrzeug mit Drehleiter nötig wäre. Das gibt es in Emmering aber nicht.

Blieben zwei andere Optionen: Entweder die beiden oberen Stockwerke als Maisonette-Wohnungen erschließen – eine Rettung wäre dann über das niedriger gelegene Stockwerk möglich oder aber einen sogenannten „notwendigen Flur“ zu schaffen. Als solchen bezeichnet man einen horizontalen Rettungsweg zwischen Nutzungseinheiten und dem Treppenraum oder ins Freie. Der sei so gestaltet, dass er im Brandfall dank seiner Durchlüftung rauchfrei bliebe und somit als Rettungsweg dient, erklärten die Planer.

Der Gemeinderat legte sich noch nicht auf eine Variante fest. In den Wortmeldungen kam jedoch eine deutliche Präferenz für die letztgenannte Option zum Ausdruck.

Lärmschutz zum Bauhof

Bei den architektonischen Aspekten standen vor allem zwei Punkte im Vordergrund. Einmal die Frage, wie der Lärmschutz zum angrenzenden Bauhof gewährleistet werden kann und dann, wie die Gebäude grundlegend gestaltet werden sollen. Dem Lärmschutzproblem wollen die Planer auf ganz unterschiedliche Weise begegnen.

Zum einen sind die beiden an den Bauhof angrenzenden Gebäude mit vier Etagen – inklusive Dachgeschoss – und einer Höhe von 15,30 Metern schon eine Art Schutzriegel für die östlich davon liegendenden Anlagen. Dazu ist an der Grundstücksgrenze zum Bauhof hin ein etwa drei Meter hoher und begrünter Lärmschutzzaun geplant. Und während die übrigen Wohnungen in den Obergeschossen offene Dachterrassen oder Balkone haben, bekommen die zum Bauhof ausgerichteten Wohnungen Logen. Dank einer Schallschutzverglasung sind diese vor dem Lärm geschützt.

Nachhaltige Baumaterialien

Bei der Bauweise ist es den Planern wichtig, „den ländlichen Charakter zu erhalten“, wie Petra Wellenhofer vom Architekturbüro erklärte. Die Schau- und Wohnseite der Gebäude soll eine Holzverkleidung bekommen. Für den Rest der Baukörper, die in klassischer Ziegelbauweise errichtet werden sollen, ist schlichter Putz in gedeckten Farben geplant. Für die Verkleidung soll ein langlebiges und naturbelassenes Hartholz wie Robinie genutzt werden.

Die großen Bewohnerhöfe sollen nicht nur bis zu drei Spielplätzen Platz bieten, sondern durch eine großzügige Begrünung auch den Erwachsenen Raum zur Erholung bieten. Außerdem sind Mietergärten zum Gemüseanbau auch für die Bewohner der Obergeschosse geplant. Die Wohnungen im Erdgeschoss verfügen jeweils über kleine private Gärten.

Die Wünsche der Ratsmitglieder

Ulrike Saatze (Grüne) forderte, den vorhandenen Baumbestand zu dokumentieren – vor allem in Richtung des angrenzenden Ostangers. Von dem sagte auch Floerecke: „Der muss unangetastet bleiben.“ Ein weiterer Wunsch Saatzes: Photovoltaikanlagen. „Die Dächer bieten sich an“, bestätigte Weigl. Allerdings gab er zu bedenken, dass der gemeinschaftliche Stromverbrauch in der Anlage gering sei. „Es wäre dann eher eine Einspeisegeschichte.“

Michael Schanderl (Freie Wähler) regte an, zum Ostanger hin einen Zaun oder Ähnliches zu bauen, damit eine klare Grenze zwischen Privat-Bereich der Anwohner und dem öffentlich genutzten Ostanger besteht. Er befürchtet, dass der Ostanger sonst „mehr oder weniger zum Privatgarten der Wohnanlage wird“. Die Planer versprachen, die Anregungen aufzunehmen und möglichst umzusetzen.

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