Nicht gerade einladend: Ziemlich in die Jahre gekommen ist der Sauna-Bereich. 
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Nicht gerade einladend: Ziemlich in die Jahre gekommen ist der Sauna-Bereich. 

Emmering

Naturisten-Verein will Gelände modernisieren

  • vonHans Kürzl
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Die Freie Sportgemeinschaft Amperland (FSA) möchte ihr Gelände in einen zeitgemäßen Zustand bringen. Wie hoch der Sanierungsbedarf ist, und was geplant ist, stellte der Verein nun dem Emmeringer Bauausschuss vor.

Emmering – Die Werkstätten sind baufällig, das Holz durchfault, und das Dach muss gestützt werden. Die Sauna ist laut dem FSA-Vorsitzenden Ralph Ziereis „mehr als nur in die Jahre gekommen“. Der Ruheraum ist derzeit in einem Zelt untergebracht. Zudem sollen die Gebäude besser vor Hochwasser geschützt werden. „Es darf schöner und hygienischer werden“, sagte Ralph Ziereis, Vorsitzender der Sportgemeinschaft Amperland, als er das Vorhaben im Bauausschuss erläuterte. Die Sportgemeinschaft will im Rahmen des Naturismus eine freie und naturgemäße Lebensgestaltung pflegen.

Insgesamt 17 Hektar umfasst das Gelände am Ende der Siedlerstraße. Seit der Gründung des Vereins 1927 ist es dessen Heimat. Dort gibt es unter anderem Wohnwagenstellplätze, Kinder- und Sportplätze, eine Vereinsgaststätte sowie eine Sauna und Liegewiesen. Nach und nach ist das vereinseigenen Gelände erweitert worden.

Wie der FSA-Vorsitzende erklärte, sollen baufällige Gebäude komplett abgerissen werden, sodass dort wieder Grünfläche entstehen könnte. Ebenso soll mit dem Tischtennisplatz verfahren werden, der auf einem Tartanbelag angelegt ist.

Insgesamt würden laut Ziereis so etwa 935 Quadratmeter Fläche wieder renaturiert werden. Dem stünden etwa 700 Quadratmeter entgegen, auf denen unter anderem eine moderne Sauna mit echtem Ruheraum sowie einem 85- und einem 65-Grad-Bereich entstehen soll. Auch eine Wirtschaft soll als neuer Treffpunkt im Zentrum des Areals entstehen. „Mit viel Holz und modernen Glaselementen“, wie Zieraus ausführte.

Dazu soll das Dach begrünt werden. Wichtig ist Ziereis außerdem der Hochwasserschutz. Deshalb soll das Gebäude gut einen Meter über der Ebene entstehen.

Eine Zeitvorstellung hat man bei dem derzeit 615 Mitglieder starken Verein auch schon. „Schön wäre es, wenn alles zu unserem 100-jährigen Bestehen fertiggestellt wäre“, erklärte Ziereis. Das wäre dann in sieben Jahren. In welchen finanziellen Bereich sich das Vorhaben bewegt, ist noch nicht bekannt. Banken könne er erst ansprechen und weitere Schritte unternehmen könne er als FSA-Vorsitzender erst, wenn er seitens der Behörden positive Signale erhalten habe. Im Verein herrsche grundsätzlich Zustimmung.

Einen Beschluss fasste der Ausschuss nur insofern, als dass es demnächst einen Vor-Ort-Termin geben wird, bei dem sich der Gemeinderat ein Bild von der Situation auf dem Areal machen kann. Angeregt hatte dies Vize-Bürgermeister Fritz Cording (FW). Michael Schanderl (FW) sagte: „Der Verein arbeitet gut mit der Gemeinde und den Behörden zusammen.“

Man könne sich dem Vorhaben vorsichtig positiv nähern. Ulrike Saatze (Grüne) sah die Freie Sportgemeinschaft Amperland in Sachen Nachhaltigkeit durchaus in einer guten Spur. Sie mahnte lediglich an, dass der Flächentausch exakt berechnet werden solle.

Attraktiver für neue Mitglieder werden

Mit der Modernisierung will die Freie Sportgemeinschaft Amperland für mögliche neue Mitglieder attraktiver werden. In seinen besten Zeiten, in den 1970er-Jahren, hatte er bis zu 1800 Mitglieder. Das hat sich nach und nach auf aktuell 615 Mitglieder reduziert, wobei der Altersdurchschnitt anstieg. Etwa ein Drittel der Mitglieder ist über 60 Jahre alt. Immerhin konnte der Verein in diesem Jahr einige junge Familien mit 45 Erwachsenen und 29 Kindern dazu gewinnen. Die meisten Mitglieder kommen aus dem Landkreis und Umgebung sowie aus dem Großraum München. Man möchte aber den Anteil an Mitgliedern aus dem Landkreis nach und nach erhöhen. hk

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